Asselborn gegen Kurz Luxemburg wirft Österreich "rechtsnationales Gedankengut" vor

Der EU-Flüchtlingsstreit bricht wieder aus: Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn greift seinen österreichischen Amtskollegen Sebastian Kurz für dessen Abschottungspläne an. Im SPIEGEL erhebt er schwere Vorwürfe.
Jean Asselborn

Jean Asselborn

Foto: Julien Warnand/ picture alliance / dpa

Der Luxemburger Außenminister Jean Asselborn kündigt heftigen Widerstand gegen die Flüchtlingspläne seines Amtskollegen in Österreich, Sebastian Kurz, an. "Die EU darf keine Festung der Gleichgültigkeit sein, wenn verfolgte Menschen an ihre Tür klopfen", sagte Asselborn dem SPIEGEL.

"Die Idee, eine Insel außerhalb der EU zu mieten, um dort Flüchtlinge aus Syrien, Irak oder Libyen einzupferchen, gehört für mich zum rechtsnationalen Gedankengut." (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

Der Österreicher Kurz hatte kürzlich im SPIEGEL vorgeschlagen, Flüchtlinge an den EU-Außengrenzen zu stoppen und "in ein anderes sicheres Gebiet außerhalb Europas" zu bringen. In dieser Woche legte der 30-jährige Außenminister nach und forderte in der "Bild"-Zeitung die Einrichtung von "Asylzentren" in Nordafrika oder im Nahen Osten.

Kurz hatte sich zudem damit gebrüstet, Flüchtlinge im September 2015 als einer der wenigen Politiker nicht am Wiener Westbahnhof begrüßt zu haben. Dazu sagte Asselborn, er finde es befremdlich, dass der Kollege aus Wien stolz darauf sei. Im Gegenteil: "Merkels Willkommenskultur war richtig."

Auf die Frage, ob die EU 60 Jahre nach den Römischen Verträgen vor einer Spaltung stehe, sagte der Luxemburger: "Diese Gefahr kann man abwenden." In der Flüchtlingspolitik gebe es eine Logik von rechts und eine von links, so Asselborn: "Blinde Abschottung oder geregelte Menschlichkeit. Wenn sich Letztere durchsetzt, wird die EU überleben."

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