Luxusurlaub Sarkozy gibt Gastgeber preis

Pünktlich zum Urlaubsende enthüllt der französische Präsident Sarkozy, welchen reichen Freunden er seinen Aufenthalt in einer Luxusvilla in den USA zu verdanken hat. Der hatte etwa 44.000 Euro gekostet - und in Frankreich für Protest gesorgt.


Paris - "Die Crombacks und die Agostinellis haben uns mit unseren Kindern eingeladen", sagte Sarkozy der Pariser Zeitung "Le Monde", die er dafür eigens angerufen hatte. Agnès Cromback ist die Chefin des Juwelierhauses Tiffany France, Mathilde Agostinelli ist Kommunikationschefin von Prada-Frankreich und mit Präsidentengattin Cécilia Sarkozy befreundet.

Frankreichs Präsident Sarkozy: Luxusurlaub empört Opposition
AP

Frankreichs Präsident Sarkozy: Luxusurlaub empört Opposition

Die Identität der reichen Freunde war während der zweiwöchigen Ferien der Sarkozys in den USA praktisch ein Staatsgeheimnis gewesen. Vor allem die sozialistische Opposition hatte sich in Frankreich darüber erregt, dass der Präsident in einer sündhaft teuren Villa in Wolfeboro (Bundesstaat New Hampshire) Urlaub machte.

Schon unmittelbar nach seinem Wahlsieg Anfang Mai hatte Sarkozy für scharfe Kritik gesorgt, weil ihm der französische Milliardär Vincent Bolloré einen Privatjet und eine Yacht für einen Kurzurlaub vor Malta zur Verfügung gestellt hatte. Im Gegenzug soll er von einer ganzen Reihe von Regierungsaufträgen profitiert haben.

Nach dem Bericht nutzte Sarkozy den Anruf bei "Le Monde" jetzt vor allem auch dazu, sich vor seine Gattin zu stellen. Mehrfach hatte er betont, Cécilia im familiären Umfeld sei eine "Privatangelegenheit". Cécilia Sarkozy hatte während des Urlaubs für Schlagzeilen gesorgt, weil sie ein Picknick beim US-Präsidenten George W. Bush und Gattin Laura wegen Unpässlichkeit absagte, tags darauf aber beim Stadtbummel gesehen wurde.

sam/dpa



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