"M. Star" Terrorgruppe bekennt sich zu Anschlag auf Supertanker

Bei einem rätselhaften Zusammenstoß auf hoher See hatte der japanische Supertanker "M. Star" eine Riesendelle davongetragen. Experten suchten verzweifelt nach Erklärungen. Jetzt hat sich eine al-Qaida-nahe Terrorgruppe zu dem Anschlag bekannt.

dpa

Kairo - Eine Terrorgruppe mit Verbindungen zu al-Qaida hat nach eigenen Angaben vergangene Woche in der Straße von Hormus einen Selbstmordanschlag auf einen japanischen Supertanker verübt. Die Brigaden von Abdullah Assam erklärten am Mittwoch, eines ihrer Mitglieder habe das Schiff angegriffen. Sollten sich die Angaben bestätigten, wäre es das erste Mal, dass al-Qaida einen Anschlag auf ein japanisches Ziel verübt hat. Die "M. Star" wurde bei dem Zwischenfall beschädigt, ein Besatzungsmitglied wurde verletzt.

Die am Mittwoch im Internet veröffentlichte Erklärung enthielt ein Foto des angeblichen Attentäters, der auf ein Bild des Supertankers auf einem Laptop-Bildschirm zeigt. Der Mann kam den Angaben zufolge bei dem Anschlag ums Leben. Das Bekenntnis sei nicht früher veröffentlicht worden, um mehreren an dem Terrorakt beteiligten Mitgliedern die sichere Rückkehr zu ermöglichen, erklärten die Brigaden von Abdullah Assam.

Der Eigner der "M. Star" hatte von einer Explosion gesprochen und erklärt, es habe sich vermutlich um einen Angriff gehandelt. Die Angaben der Terroristen würden geprüft, erklärte das Unternehmen Mitsui O.S.K. Lines. Das Außenministerium in Tokio wollte sich zu dem Bekenntnis der Terroristen zunächst nicht äußern. Der Tanker war mit 270.000 Tonnen Öl an Bord von den Vereinigten Arabischen Emiraten unterwegs in den japanischen Hafen Chiba. Experten führten den Zwischenfall nahe der Mündung des Persischen Golfs am 28. Juli ersten Ermittlungen zufolge auf eine Kollision zurück.

Der Anschlag auf die "M. Star" sei ein Tribut an Scheik Omar Abdel Rahman gewesen, der wegen eines Anschlags auf das World Trade Center im Jahr 1993 zu lebenslanger Haft verurteilt wurde, erklärten die Brigaden von Abdullah Assamm, die nach einem Mentor von al-Qaida-Chef Osama bin Laden benannt sind. Die Gruppe hat sich unter anderem zu den Anschlägen im ägyptischen Scharm el Scheich und anderen Urlaubszielen im Oktober 2004 bekannt, bei denen insgesamt 98 Menschen getötet wurden.

luk/apn



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