Machtkampf in der Elfenbeinküste Uno stockt Truppen auf

Angesichts des anhaltenden Machtkampfs um die Präsidentschaft in der Elfenbeinküste genehmigte der UN-Sicherheitsrat eine Aufstockung der dort stationierten Blauhelmtruppen. Insgesamt sind dort nun fast 10.000 Friedenstruppen im Einsatz.

UN-Soldaten in der Elfenbeinküste: Mandat um ein halbes Jahr verlängert
AFP

UN-Soldaten in der Elfenbeinküste: Mandat um ein halbes Jahr verlängert


New York - Wegen der brisanten Situation im Land verstärken die Vereinten Nationen ihre Friedenstruppen in der Elfenbeinküste. Der Sicherheitsrat ermächtigte Generalsekretär Ban Ki Moon am Montag in New York, 500 weitere Blauhelmsoldaten einzusetzen. Damit wächst das Kontingent auf fast 10.000 Mann. Zuvor hatte das mächtigste UN-Gremium im Streit mit Machthaber Laurent Gbagbo das zum Jahresende auslaufende Mandat der Friedenstruppen um ein halbes Jahr verlängert.

Gbagbo will trotz einer von internationalen Beobachtern bestätigten Wahlniederlage gegen Oppositionsführer Alassane Ouattara am Amt des Staatspräsidenten festhalten. In den vergangenen Tagen war es nach UN-Angaben zu schweren Menschenrechtsverletzungen und Ausschreitungen mit mindestens 50 Toten gekommen. Der Sicherheitsrat verurteilte "mit den schärfstmöglichen Worten" Gbagbos "Missachtung des Volkswillens".

Vor der Aufstockung dienten schon 8650 Soldaten und Polizisten mit blauem UN-Helm in der Elfenbeinküste. Ende November hatten die Vereinten Nationen noch einmal drei Infanterie-Kompanien aus Liberia in das Nachbarland verlegt. Deren auf vier Wochen befristetes Mandat wurde ebenfalls verlängert. Die Blauhelme sollen Ausschreitungen verhindern und Waffen von Milizen einsammeln.

Im Konflikt dürfen die Soldaten aber auch vom Recht auf Selbstverteidigung gebrauch machen. "Im Fall der Selbstverteidigung wie auch der Verteidigung des Mandats haben wir das Recht, das Feuer zu eröffnen", sagte der für das Mandat der Blauhelmsoldaten in der Elfenbeinküste zuständige General Alain Le Roy am Montag der Nachrichtenagentur Reuters in einem Telefongespräch. "So lautet das Mandat für alle UN-Soldaten in der Welt."

luk/dpa/Reuters

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