Machtkampf in der US-Schuldenkrise Der Billionenpoker der Republikaner

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Eric Cantor


Republikanischer Mehrheitsführer Eric Cantor: Fiesling gegen Obama
AFP

Republikanischer Mehrheitsführer Eric Cantor: Fiesling gegen Obama

Der arme John Boehner habe genug Messer von Widersacher Eric Cantor im Rücken, um ein ganzes Steakhouse zu eröffnen, spottete das Magazin "Newsweek" über die Rivalität der beiden Top-Republikaner. Tatsächlich hat sich Cantor, der republikanische Mehrheitsführer im Repräsentantenhaus, zu einem der härtesten Gegenspieler Boehners im eigenen Lager entwickelt. Sollte Sprecher Boehner über die US-Schuldenkrise stürzen, wäre wohl klar, wer ihn beerbt: Cantor.

Der 48-Jährige aus der alten Südstaaten-Kapitale Richmond weiß die Tea-Party-Anhänger im Kongress hinter sich. Viele von ihnen hat er rekrutiert, er sieht sich als Sprecher der mehr als 80 Neulinge im Kongress. Der ehrgeizige Cantor gibt derzeit den Fiesling, den eigentlichen Gegenspieler des Weißen Hauses. Seine Basis schätzt ihn dafür. Das Schulden-Thema will er am liebsten zum Wahlkampfschlager 2012 machen.

Bei einem Treffen in der Regierungszentrale hat er US-Medienberichten zufolge Obama mehrfach widersprochen, als der zu einem Schlusswort ansetzte. Was genau dann geschah, wird von Teilnehmern unterschiedlich wiedergegeben. Doch offenbar verließ der Präsident zornig den Raum. Cantor habe sich "kindisch" verhalten, schimpfte der demokratische Mehrheitsführer im US-Senat, Harry Reid. Cantor konterte kühl, Obamas heftige Reaktion habe ihn einfach nur erstaunt.

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