Machtkampf in der US-Schuldenkrise Der Billionenpoker der Republikaner

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John Boehner


Republikaner-Anführer Boehner: Immer Ärger mit der Tea Party
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Republikaner-Anführer Boehner: Immer Ärger mit der Tea Party

Der Mann schien prädestiniert für den Kompromiss mit Barack Obama: John Boehner, Sprecher des Repräsentantenhauses, Anführer der Republikaner. Nur der Präsident selbst verfügt wohl über noch mehr Macht in Washington. Er sei ein "Dealmaker" in einer Stadt, in der Absprachen normalerweise als Synonym für Kapitulation gelten, bemerkte das "Time"-Magazin. Boehner aber, der stets tief gebräunte Zigarrenfan, liebt den guten Deal.

So hat es der 61-Jährige im eigenen Lager nicht leicht, denn das ist in Zeiten des wachsenden Einflusses der Tea-Party-Bewegung mehr und mehr auf Blockade getrimmt. Boehner, seit Januar in der Funktion des Sprechers, war einem Schulden-Abkommen mit dem Präsidenten bereits sehr nahe, wollte gemeinsam mit Obama den Staatshaushalt um bis zu vier Billionen Dollar im kommenden Jahrzehnt kürzen.

Doch da funkten die Radikalen aus den eigenen Reihen dazwischen. Immer vorne dabei: Eric Cantor, der Mehrheitsführer im Repräsentantenhaus, und Präsidentschaftsbewerberin Michele Bachmann. Boehner, Amerikaner mit deutschen Wurzeln, dürfte eines gut in Erinnerung sein: wie man einen demokratischen Präsidenten in den Staatsinfarkt treiben kann - und damit alles vermasselt. So ging es Newt Gingrich, dem damaligen republikanischen Sprecher des Repräsentantenhauses, mit Bill Clinton. Denn die amerikanische Öffentlichkeit machte Gingrich nach dem Ende des Shutdowns 1996 zum Sündenbock. Clinton aber wurde in jenem Jahr als Präsident wiedergewählt.

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