Machtkampf Thailand steht kurz vor dem Regierungswechsel

Die Regierungspartei wurde verboten, der Premier ist zurückgetreten. Nun bereitet die Opposition in Thailand den Machtwechsel vor. Der Chef der Demokratischen Partei soll neuer Ministerpräsident werden.


Bangkok - Die Opposition in Thailand arbeitet an der Machtübernahme: Die Demokratische Partei will eine Parlamentssitzung beantragen, in der ihr Vorsitzender Abhisit Vejjajiva zum neuen Ministerpräsidenten gewählt werden soll.

Chef der Demokraten Abhisit: Designierter Ministerpräsident in Thailand
REUTERS

Chef der Demokraten Abhisit: Designierter Ministerpräsident in Thailand

Ein hochrangiger Vertreter der Partei sagte am Montag, dass der 44-jährige Abhisit als Kandidat eines Oppositionsbündnisses vorgestellt werde. Die Demokratische Partei hatte nach eigenen Angaben durch Verhandlungen mit kleineren Gruppierungen am Wochenende Regierungsstärke erlangt. Demnach seien aus dem Bündnis des zurückgetretenen Ministerpräsidenten Somchai Wongsawat kleinere Parteien bereit, in das Lager der Demokratischen Partei überzulaufen.

Das thailändische Verfassungsgericht hatte in der vergangenen Woche unter dem Druck tagelanger Proteste von Regierungsgegnern die Auflösung von Somchais Partei der Volksmacht (PPP) wegen Wahlbetrugs angeordnet.

Thailand steckt seit Monaten in einer tiefen politischen Krise. Anhänger der Opposition hatten im August das Regierungsviertel und später dann die Flughäfen von Bangkok besetzt. Nach dem PPP-Verbot durch das Verfassungsgericht beendeten die Regierungsgegner ihre Proteste.

cte/AFP



© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.