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05. Januar 2011, 12:16 Uhr

Machtkampf

Zehntausende fliehen aus der Elfenbeinküste

Mehr als 22.000 Menschen sind nach Angaben der Uno aus der Elfenbeinküste ins Nachbarland Liberia geflohen. Die meisten Flüchtlinge sind demnach Frauen und Kinder aus dem Westen des Landes, in dem seit Wochen ein erbitterter Machtkampf tobt. Die Völkergemeinschaft schickt nun Hilfsgüter.

Genf/Nairobi - Angesichts des Machtkampfes in der Elfenbeinküste sind rund 22.000 Menschen in das benachbarte Liberia geflohen. Die meisten Flüchtlinge seien Frauen und Kinder und stammten aus dem Westen des westafrikanischen Landes, teilte das Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) am Mittwoch in Genf mit.

Es handele sich sowohl um Unterstützer des von der internationalen Gemeinschaft anerkannten Siegers der Präsidentschaftswahl Anfang Dezember, Alassane Ouattara, als auch um Anhänger des eigenmächtig im Amt verbliebenen Staatschefs Laurent Gbagbo. Aus Angst vor den Unterstützern des jeweiligen politischen Gegners hätten sie sich zumeist nachts durch die Buschlandschaft in das Nachbarland durchgeschlagen.

In Liberia haben die Flüchtlinge laut UNHCR vorübergehend Unterschlupf in Dörfern der Region Nimba gefunden. Dort fehlt es den Angaben zufolge aber an Nahrungsmitteln, Unterkünften und Trinkwasser. Die Uno kündigte an, ihre Hilfslieferungen für die Flüchtlinge zu intensivieren. In der Stadt Sacleapea an der Grenze zur Elfenbeinküste soll demnach ein erstes Flüchtlingslager eingerichtet werden. Dorthin seien bereits Lastwagen mit Hilfsgütern unterwegs.

Kenias Ministerpräsident Raila Odinga hat Gewalt als "letztes Mittel" bezeichnet, um Gbagbo aus dem Amt zu entfernen. Eine militärische Lösung werde von der westafrikanischen Staatengemeinschaft Ecowas und der Afrikanischen Union (AU) weiterhin nicht ausgeschlossen, sagte Odinga am Mittwoch nach seiner Rückkehr aus dem westafrikanischen Elfenbeinküste. Odinga hatte sich als Sondervermittler der AU den Vermittlern der Ecowas angeschlossen.

Gbagbo weigert sich, seine Wahlniederlage einzugestehen und die Macht an Alassane Ouattara abzugeben, der von der internationalen Gemeinschaft als der rechtmäßige Wahlsieger anerkannt wird. Gbagbo müsse das Amt "friedlich und ohne weitere Verzögerungen übergeben", betonte Odinga im kenianischen Rundfunksender "Capital FM".

"Wir hatten schon viel zu lange diese Fälle, in denen Amtsinhaber Wahlen verlieren, sich weigern, das Urteil der Wähler zu akzeptieren, und letztendlich eine Teilung der Macht verhandeln", sagte Odinga mit Blick auf die von blutigen Unruhen begleiteten Wahlen in Kenia und Simbabwe. "Das darf nicht afrikanische Norm werden."

Eine militärische Lösung zur Entfernung Gbagbos aus dem Amt bleibe weiter eine Option, sagte Odinga. "Wegen des Verlusts von Menschenleben ist das aber das letzte Mittel, das wir vermeiden wollen", sagte er. "Wir sollten die Gespräche daher zügig fortsetzen, um schnell zu einem Abschluss zu kommen." Gbagbo hatte sich am Dienstag zu Gesprächen ohne Vorbedingungen bereit erklärt, dabei aber offengelassen, ob er nun zum Rücktritt bereit ist.

ffr/AFP/dpa

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