Machtkampf Zehntausende fliehen aus der Elfenbeinküste

Mehr als 22.000 Menschen sind nach Angaben der Uno aus der Elfenbeinküste ins Nachbarland Liberia geflohen. Die meisten Flüchtlinge sind demnach Frauen und Kinder aus dem Westen des Landes, in dem seit Wochen ein erbitterter Machtkampf tobt. Die Völkergemeinschaft schickt nun Hilfsgüter.


Genf/Nairobi - Angesichts des Machtkampfes in der Elfenbeinküste sind rund 22.000 Menschen in das benachbarte Liberia geflohen. Die meisten Flüchtlinge seien Frauen und Kinder und stammten aus dem Westen des westafrikanischen Landes, teilte das Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) am Mittwoch in Genf mit.

Es handele sich sowohl um Unterstützer des von der internationalen Gemeinschaft anerkannten Siegers der Präsidentschaftswahl Anfang Dezember, Alassane Ouattara, als auch um Anhänger des eigenmächtig im Amt verbliebenen Staatschefs Laurent Gbagbo. Aus Angst vor den Unterstützern des jeweiligen politischen Gegners hätten sie sich zumeist nachts durch die Buschlandschaft in das Nachbarland durchgeschlagen.

In Liberia haben die Flüchtlinge laut UNHCR vorübergehend Unterschlupf in Dörfern der Region Nimba gefunden. Dort fehlt es den Angaben zufolge aber an Nahrungsmitteln, Unterkünften und Trinkwasser. Die Uno kündigte an, ihre Hilfslieferungen für die Flüchtlinge zu intensivieren. In der Stadt Sacleapea an der Grenze zur Elfenbeinküste soll demnach ein erstes Flüchtlingslager eingerichtet werden. Dorthin seien bereits Lastwagen mit Hilfsgütern unterwegs.

Kenias Ministerpräsident Raila Odinga hat Gewalt als "letztes Mittel" bezeichnet, um Gbagbo aus dem Amt zu entfernen. Eine militärische Lösung werde von der westafrikanischen Staatengemeinschaft Ecowas und der Afrikanischen Union (AU) weiterhin nicht ausgeschlossen, sagte Odinga am Mittwoch nach seiner Rückkehr aus dem westafrikanischen Elfenbeinküste. Odinga hatte sich als Sondervermittler der AU den Vermittlern der Ecowas angeschlossen.

Gbagbo weigert sich, seine Wahlniederlage einzugestehen und die Macht an Alassane Ouattara abzugeben, der von der internationalen Gemeinschaft als der rechtmäßige Wahlsieger anerkannt wird. Gbagbo müsse das Amt "friedlich und ohne weitere Verzögerungen übergeben", betonte Odinga im kenianischen Rundfunksender "Capital FM".

"Wir hatten schon viel zu lange diese Fälle, in denen Amtsinhaber Wahlen verlieren, sich weigern, das Urteil der Wähler zu akzeptieren, und letztendlich eine Teilung der Macht verhandeln", sagte Odinga mit Blick auf die von blutigen Unruhen begleiteten Wahlen in Kenia und Simbabwe. "Das darf nicht afrikanische Norm werden."

Eine militärische Lösung zur Entfernung Gbagbos aus dem Amt bleibe weiter eine Option, sagte Odinga. "Wegen des Verlusts von Menschenleben ist das aber das letzte Mittel, das wir vermeiden wollen", sagte er. "Wir sollten die Gespräche daher zügig fortsetzen, um schnell zu einem Abschluss zu kommen." Gbagbo hatte sich am Dienstag zu Gesprächen ohne Vorbedingungen bereit erklärt, dabei aber offengelassen, ob er nun zum Rücktritt bereit ist.

ffr/AFP/dpa



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mitbestimmender wähler 05.01.2011
1. Mehr Emotion
Zitat von sysopMehr als 22.000 Menschen sind nach Angaben der Uno aus der Elfenbeinküste ins Nachbarland Liberia geflohen. Die meisten Flüchtlinge sind demnach Frauen und Kinder aus dem Westen des Landes, in dem seit Wochen ein erbitterter Machtkampf tobt. Die Völkergemeinschaft schickt nun Hilfsgüter. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,737892,00.html
Lieber Journalist, bitte mehr Action und Emotion. Sind das arme Christen oder "böse" Moslems die fliehen?
Transmitter, 05.01.2011
2. Feiger Westen
Zitat von sysopMehr als 22.000 Menschen sind nach Angaben der Uno aus der Elfenbeinküste ins Nachbarland Liberia geflohen. Die meisten Flüchtlinge sind demnach Frauen und Kinder aus dem Westen des Landes, in dem seit Wochen ein erbitterter Machtkampf tobt. Die Völkergemeinschaft schickt nun Hilfsgüter. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,737892,00.html
Statt "Sanktionen" und Nahrungshilfen sollte Frankreich ein Battalion Fremdenlegionäre entsenden und baldige Neuwahlen unter UN-Aufsicht organisieren. Und die Sache wäre erledigt. Aber was macht der feige Westen? Er lässt wieder einmal zu, dass tausende unschuldige Zivilisten terrorisiert und gequält werden. Um den UN-Behörden eine öffentliche Existenzberechtigung zu verschaffen? Mir tun die armen Frauen und Kinder leid, die unter dieser verschlagenen Feigheit des Westens leiden müssen.
Mulharste, 05.01.2011
3. -
Zitat von TransmitterStatt "Sanktionen" und Nahrungshilfen sollte Frankreich ein Battalion Fremdenlegionäre entsenden und baldige Neuwahlen unter UN-Aufsicht organisieren. Und die Sache wäre erledigt. Aber was macht der feige Westen? Er lässt wieder einmal zu, dass tausende unschuldige Zivilisten terrorisiert und gequält werden. Um den UN-Behörden eine öffentliche Existenzberechtigung zu verschaffen? Mir tun die armen Frauen und Kinder leid, die unter dieser verschlagenen Feigheit des Westens leiden müssen.
Nunja, ich würde s noch drastischer formulieren. Nicht Neuwahlen, sondern zurück zur Kolonialherrschaft in solchen Ländern. Afrika kommt sonst NIE auf die Beine, vor der Unabhänigkeit ging es nahezu allen besser.
jp' 05.01.2011
4. ...
ich ahne schon, wo ein nicht geringer teil dieser flüchtlinge mal landen wird...
nomadas 05.01.2011
5. Schande
Auf dem schwarzen Kontinent ist es immer gleich. Zuerst die Kolonialherren, die Weissen. Dann die Unabhängigkeit und schwarze Diktatoren. Wo bitte ist da der Unterschied? Die Welt hat kein echtes Interesse an diesem Kontinent, außer China. Und so taumelt ein Staat nach dem anderen umher, wirr, irr, ausgebeutet vom Westen und den schwarzen Diktatoren. Ab und zu ein bißchen humanitäre Hilfe, ein bißchen Entwicklungshilfe, ohne Sinn und Zweck, nur zur Gewissensberuhigung der Geberländer. Ab und an ein geiles Projekt, wie Karl-Heinz Böhm u.ä. - ja und ab und zu kommt eine hübsche weisse Lady zu Besuch und tätschelt so ein armes Negerkind, medienwirksam. Und so taumelt Afrika weiter und wird wohl zur Müllkippe der Welt. Egal, es sind ja eh nur die Nigger dort, die früheren Sklaven. Doch auweia, wenn sich diese loser mal auf den langen Marsch nach Norden machen, ins gelobte Land!
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