Madrid Hunderttausende bei Messe gegen Abtreibung und Homo-Ehe

Sie sind gegen die gleichgeschlechtliche Ehe, gegen Abtreibung, propagieren die "stabile Verbindung von Mann und Frau": In Madrid protestierten Hunderttausende Katholiken gegen die Familienpolitik der regierenden Sozialisten. Der Papst sandte eine Grußbotschaft per Video.


Madrid - Hunderttausende Menschen haben am Sonntag in Madrid bei einem Gottesdienst gegen Abtreibung und für das katholische Familienbild demonstriert. Die organisierende Erzdiözese Madrid sprach sogar von einer Million Teilnehmern, die Behörden konnten dies jedoch nicht bestätigen.

Währen der Messe geißelte der Madrider Erzbischof Antonio Maria Rouco Varela Abtreibungen als "Kultur des Todes". Der Bischof von Bilbao, Ricardo Blazquez, kritisierte die 2005 eingeführte Homo-Ehe als Gegenstück zur "normalen Familie", die von einer "stabilen Verbindung von Mann und Frau" getragen werde.

Papst Benedikt XVI. wandte sich in einer auf Großbildleinwänden übertragene Videobotschaft an die Gläubigen. "Lasst die Liebe, die Offenheit für das Leben und die unvergleichbaren Verbindungen, die Eure Haushalte einen, nicht zugrunde gehen", sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche.

Die Moralvorstellungen der katholischen Kirche werden in Spanien von den regierenden Sozialisten derzeit übergangen. Nach der Einführung der Homo-Ehe will die Partei von Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero im kommenden Jahr auch die Abtreibungsgesetzgebung liberalisieren.

Nach spanischem Recht sind Abtreibungen offiziell nur nach Vergewaltigungen, bei einer Behinderung des Kindes sowie bei einer Gefahr für die "körperliche oder geistige Gesundheit" der Mutter erlaubt.

pad/AFP



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