Madrider Anschläge Marokko will Spanien gewarnt haben

Vor den Terroranschlägen von Madrid hat die spanische Regierung marokkanischen Terrorwarnung nicht genügend Beachtung geschenkt. Dies wirft ihr ein hoher marokkanischer Beamter vor.


Rabat - Nach dessen Angaben haben marokkanische Sicherheits- und Geheimdienstbeamte die spanische Regierung schon vor den Anschlägen von Madrid über die potenzielle Bedrohung informiert. Der Gewährsmann, der nicht genannt werden wollte, sagte gegenüber der Nachrichtenagentur AP in Rabat ferner, die spanischen Behörden hätten diese Informationen jedoch nur unzureichend ausgenutzt.

Marokkanische Zeitungen machten dafür die Spannungen zwischen den beiden Ländern wegen ihres Territorialstreits über Mittelmeerinseln verantwortlich.

Unter den zehn Verdächtigen, die im Zusammenhang mit den verheerenden Anschlägen von Madrid festgenommen wurden, befinden sich sieben Marokkaner, zwei Inder und ein Spanier. Mindestens einer von ihnen soll auch an den tödlichen Anschlägen von Casablanca im vergangenen Mai beteiligt gewesen sein, anderen werden Verbindungen zum Terrornetzwerk al-Qaida nachgesagt.



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