Proteste in Venezuela Maduro gedenkt Chávez an Todestag mit Parade

Venezuela ist ein Jahr nach dem Tod von Hugo Chávez tief gespalten: Zum ersten Todestag des Ex-Präsidenten hat dessen Nachfolger Maduro mit einer Parade an den verstorbenen "Kommandante" gedacht. Die Opposition setzte die Proteste gegen die Situation im Land fort.

Präsident Maduro bei der Parade: Tausende winken ihm und seiner Frau zu
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Präsident Maduro bei der Parade: Tausende winken ihm und seiner Frau zu


Caracas - Aus einer offenen Limousine haben Venezuelas Präsident Nicolás Maduro und seine Frau Cilia Flores der Menschenmenge in Caracas zugewinkt, hinter ihnen fuhren Panzer, über ihnen kreisten Kampfhubschrauber. Zum ersten Todestag von Hugo Chávez hat dessen Nachfolger mit einer Parade an den verstorbenen "Kommandante" gedacht.

Doch die festliche Stimmung herrschte nicht in der gesamten Hauptstadt: Im Ostteil errichteten Regierungsgegner Barrikaden, um den Verkehr zu stoppen. Allerdings konnte die Opposition zunächst nur einige hundert Anhänger mobilisieren.

Bei Maduros Parade erklang aus Lautsprechern die Nationalhymne mit der markanten Stimme von Chávez. Venezuelas Ex-Präsident war vor einem Jahr an Krebs gestorben. Maduro war in den vergangenen Wochen durch Studentenproteste in Bedrängnis geraten. Mit dem Gedenken an den "Kommandante" versuchte er, neue Sympathie in der Bevölkerung zu gewinnen.

Wie Maduro es darstellt, ist Chávez nur körperlich gestorben, seinen Geist hält er für lebendig. An der Gedenkkundgebung mit tausenden Anhängern nahmen auch Kubas Präsident Raúl Castro und Boliviens Staatschef Evo Morales teil.

Gegen Inflation und Mangelwirtschaft

Auf der Oppositionsseite protestierten nur etwa 300 Menschen, einige von ihnen blockierten mit Baumstümpfen und Sperrmüll die Straßen. In den vergangenen Wochen waren bei Zusammenstößen von Regierungsgegnern und Sicherheitskräften mindestens 18 Menschen getötet worden. Die Protestwelle gegen eine hohe Kriminalitätsrate, eine extreme Inflation und Mangelwirtschaft ist die bislang größte Herausforderung für Maduro. Die meisten Beobachter sehen seine Macht aber nicht ernsthaft in Gefahr.

Chávez war am 5. März 2013 nach 14 Jahren an der Macht an Krebs gestorben. Sein Nachfolger setzte sich bei Wahlen im April knapp gegen den Oppositionskandidaten Henrique Capriles durch. Aufgrund der demonstriert die Opposition seit Wochen gegen die Links-Regierung. Bislang gab es 18 Todesopfer und Hunderte Verletzte. Am Donnerstag und Samstag sollen weitere Protestmärsche folgen.

vek/AFP/dpa

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lackehe 05.03.2014
1. Es ist nicht die Opposition, die
Demonstriert, sondern es ist das Volk. So schlecht wie jetzt unter dieser Partei ist es dem Volk noch nie gegangen. Es liegt mit Sicherheit nicht an der Partei sondern an der Korrupten Führung und ihrem Gefolge.
ckliver 05.03.2014
2.
Was sollen solche Phrasen wie "Das Volk protestiert". Haben Sie Zahlen, wer auf welcher Seite wieviele Leute mobilisiert? Diese ganze Venezuela-Debatte hat echt ein unterirdisches Niveau. Vor allem: Venezuela ging es noch nie so schlecht?! Völliger geschichts- und realitätsferner Unsinn! Unter der Regierung von Luis Herrera Campins Ende der siebziger Jahre stieg die Inflation erstmals über 20 Prozent, um Mitte der achtziger Jahre unter Staatschef Jaime Lusinchi gar 34,1 Prozent zu erreichen. Zu diesem Zeitpunkt war der Kollaps der venezolanischen Wirtschaft schon nicht mehr aufzuhalten. Als die Politiker Andres Pérez und Rafael Caldera in den neunziger Jahren zum jeweils zweiten Mal eine Regierung in Venezuela führten, betrug die Inflation durchschnittlich 104,5 Prozent, beziehungsweise 194,3 Prozent. Diese Zahlen wurden bei der jüngsten Kritik offenbar vergessen.
bicho 05.03.2014
3.
Eigentlich müssten ja heute die Sektkorken knallen wenn, ja wenn man denn wirklich wüsste wann der grösste Messias aller Zeiten wirklich verstorben ist. Cubazuela ist das einzigste Land der Erde wo es für den verstorbene "Prásident " keine öffentliche , amtliche Sterbeurkunde gibt und wo der neue " Prásident keine amtliche Geburtsurkunde vorlegen kann. Bezeichnend ist der hohe Besuch aus der neuen ven. Hauptstadt Habana wo der der Herrscher seine Kolonie Venezuela besucht.
raber 05.03.2014
4. Moralaposteln allsamt Kleptokraten Venezuelas
Korrupt sind alle Präsidenten Venezuelas gewesen. Wo sonst hat Carlos Andres Perez das Geld für CAP Cana in der Dominikanischen Rpublik her? Dies nur als kleines Beispiel. Geld-Entwertungen und hohe Inflationen hat es dort öfters gegeben. Allerdings kam ein Chavez um mit dieser Kleptokratie aufzhören und hat sie nur weitergeführt. Keiner weiss wann er genau gestorben ist und ob es da krumme Sachen gegeben hat. Vielleicht kann deshalb Maduro Chavez Töchter immer noch nicht aus dem Präsidentenpalast verscheuchen und muss mitsamt seiner Familie im Gästehaus leben. Seltsame Sachen geschehen mit diesen "Moralaposteln".
Lagenorhynchus 05.03.2014
5. das Volk ist auf der Strasse
Als ich vor einigen Jahren in Caracas bei einer Anti-Chavez-Demo (ca 1million Leute, fruedlich) dabei war, fiel mir auf, wie hererogen die Demo war. Viele Ex-Anhänger von Chavez, verbittert über seine unglaubliche Misswirtschaft, Mittelschicht, Studenten - es war ein Spiegel der Gesellschaft dort. Jetzt geht es mit den Tupamaros richtig rund, Caracas ist über die letzten Jahre immer gefährlicher geworden - jetzt schiessen auch noch die Paramilitärs um sich. Und die waren früher schon gefährlich. Wenigstens funktioniert das Internet, über Facebook tickern die Meldungen meiner Freunde rein. Finster, was dort gerade passiert.
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