Containerschiff "Maersk Tigris" Iran gibt Frachter frei

Die iranische Marine eröffnete Ende April das Feuer auf ein Containerschiff und leitete es dann zu einer Insel um. Jetzt ist die "Tigris" der dänischen Reederei Maersk wieder frei.
Speedboote der Iranischen Revolutionsgarde (Archiv): Frachter freigegeben

Speedboote der Iranischen Revolutionsgarde (Archiv): Frachter freigegeben

Foto: ATTA KENARE/ AFP

Ein von der iranischen Marine aufgebrachtes Containerschiff mit Fracht des dänischen Schifffahrtsriesen Maersk ist wieder frei. Eine Sprecherin des Außenministeriums in Teheran bestätigte einen entsprechenden Bericht. Die "Maersk Tigris" habe die iranischen Gewässer verlassen. Einzelheiten wurden zunächst nicht mitgeteilt.

Der unter Flagge der Marshall-Inseln fahrende Frachter war mit seinen 24 Besatzungsmitgliedern am 28. April im Golf von Patrouillenbooten aufgebracht worden. Die iranischen Revolutionsgarden hätten über den Bug gefeuert, als der Frachter die Straße von Hormus durchquert habe, hieß es aus dem US-Verteidigungsministerium. Anschließend wurde das Schiff zur iranischen Insel Larak vor der Hafenstadt Bandar Abbas geleitet.

Aus dem Pentagon hieß es anschließend, der Kapitän des Schiffes habe sich geweigert, einen Befehl Irans zu befolgen. Nach den Warnschüssen über die Schiffsbrücke habe der Frachter einen Notruf an die US-Marine gesendet, die in der Region stationiert ist. Die USA hätten daraufhin einen Zerstörer, einen Seeaufklärer und ein Kampfflugzeug geschickt, um die Lage zu überwachen.

Hintergrund ist ein jahrelanger Rechtsstreit zwischen Maersk und einer iranischen Ölproduktefirma, die Schadenersatz fordere, wie die iranische Hafenbehörde erklärte. Der Frachter wird von einem Tochterunternehmen der Hamburger Reederei Rickmers betrieben und war im Auftrag des dänischen Maersk-Konzerns unterwegs.

Irans Revolutionswächter hatten den Vorfall heruntergespielt: Ein Gericht in Teheran habe angeordnet, das Schiff zu beschlagnahmen. Der Vorfall habe keine politische oder militärische Dimension.

Maersk hatte nach dem Inkrafttreten von Sanktionen wegen des iranischen Atomprogramms im Oktober 2012 erklärt, seine Geschäfte in und aus Iran einzustellen. Die dänische Gruppe erklärte, der nun aufgebrachte Frachter gehöre nicht zum Unternehmen. Bei der Crew handele es sich auch nicht um Angestellte von Maersk.

fab/AFP/Reuters
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