Menschenrechtlerin Malalas Buch wird aus Schulen in Pakistan verbannt

Malalas Einsatz für ein Recht auf Bildung machte sie zur Ikone, doch im Schulunterricht in Pakistan soll sie nicht vorkommen. Offizielle haben ihre Autobiografie aus den Lehrveranstaltungen verbannt. Die 16-Jährige habe sich zum Werkzeug des Westens gemacht, heißt es zur Begründung.
Die 16-jährige Malala: Die junge Frau ist in ihrem Heimatland umstritten

Die 16-jährige Malala: Die junge Frau ist in ihrem Heimatland umstritten

Foto: Christopher Furlong/ Getty Images

Islamabad - In Pakistan ist die Autobiografie der 16-jährigen Menschenrechtlerin Malala Yousafzai aus dem Unterricht von 40.000 Privatschulen verbannt worden. Malala repräsentiere den Westen, nicht Pakistan, sagte Adeeb Javedani, Vorsitzender des Privatschulen-Verbundes zu der Entscheidung. "Ich bin Malala" war von der britischen Journalistin Christina Lamb mitgeschrieben worden und im Oktober in 27 Ländern gleichzeitig erschienen.

Kashif Mirza, der Vorsitzende der landesweiten Vereinigung der pakistanischen Privatschulen, sagte, Malala sei ein Vorbild für Kinder gewesen, aber dieses Buch habe sie strittig gemacht. "Durch das Buch ist sie ein Werkzeug westlicher Mächte geworden", sagte Mirza. Zudem zeige die Autobiografie nicht genug Respekt für den Islam und sympathisiere offen mit Salman Rushdie, der durch das Buch "Die satanischen Verse" den Ärger vieler Muslime auf sich gezogen hatte.

Überraschend kommt ist der Entschluss der Schulverbände nicht; seit ihrem ikonenhaften Aufstieg ist Malala in Pakistan umstritten, es kursieren etliche Verschwörungstheorien.

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Malala hatte mit ihrem Kampf für das Recht auf Bildung für alle Kinder - einschließlich Mädchen - den Zorn der Taliban auf sich gezogen. Bei einem Angriff von Extremisten im Nordwesten Pakistans wurde sie am 9. Oktober 2012 durch einen Kopfschuss lebensgefährlich verletzt, konnte aber gerettet werden. Pakistanische Taliban drohen seitdem damit, wieder ein Attentat auf sie zu verüben. Mittlerweile lebt die junge Frau mit ihrer Familie in Großbritannien, auch das macht sie in den Augen ihrer Kritiker unglaubwürdig.

Durch ihr anhaltendes Engagement wurde Malala in diesem Jahr sogar als Anwärterin auf den Friedensnobelpreis gehandelt. Das Europäische Parlament verlieh ihr den Sacharow-Menschenrechtspreis.

vks/AP
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