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21. Juli 2011, 20:25 Uhr

Malawi

18 Tote bei Protesten gegen Regierung

In Malawi sind die Demonstrationen gegen die Regierung eskaliert. In mehreren Städten des bitterarmen afrikanischen Landes kam es zu gewaltsamen Ausschreitungen, 18 Menschen starben. Präsident Bingu wa Mutharika schloss einen Rücktritt kategorisch aus.

Blantyre - Regierungskritiker und Sicherheitskräfte haben sich im südostafrikanischen Malawi blutige Auseinandersetzungen geliefert. Dabei sind mindestens 18 Menschen getötet worden. Wie das Gesundheitsministerium des Landes am Donnerstag mitteilte, starben die meisten von ihnen an "schweren Blutungen", die genauen Umstände ihres Todes würden aber noch untersucht.

Die tödlichen Vorfälle ereigneten sich nach Angaben des Ministeriums am Mittwoch und Donnerstag in der Hauptstadt Lilongwe sowie in der Wirtschaftsmetropole Blantyre, im nördlichen Mzuzu und in Karonga an der Grenze zu Tansania. Die Opfer hätten "Knochenbrüche und tiefe Wunden" gehabt und viel Blut verloren. Mehr als 20 Menschen wurden verletzt.

Im Finanzzentrum Blantyre gingen Polizisten Einwohnern zufolge mit Tränengas gegen Demonstranten vor. Ein Menschenrechtsaktivist berichtete von mindestens sieben Toten in Mzuzu am Mittwoch. Dort habe die Polizei auf Demonstranten geschossen. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Amnesty International setzte die Polizei in Lilongwe Tränengas gegen die Demonstranten ein.

Seit Mittwoch gehen in Malawi landesweit Tausende Menschen aus Protest gegen Präsident Bingu wa Mutharika, der das Land seit 2004 regiert, auf die Straße. Sie werfen ihm Missmanagement der Wirtschaft und Missachtung ihrer demokratischen Rechte vor. Auch am Donnerstag protestierten in Lilongwe und in Blantyre jeweils rund 2000 Menschen, viele Geschäfte blieben aus Angst vor Plünderungen und Zusammenstößen geschlossen.

Berichten des malawischen Radios zufolge schickte Mutharika Soldaten in die Hauptstadt. In einer nationalen Radioansprache sagte der Präsident, er werde unter keinen Unständen zurücktreten: "Ich werde das Land weiter regieren. Gemäß der Verfassung liegt die Regierungsführung in meinen Händen und nirgendwo anders." Der Opposition bot der Präsident aber einen Dialog an.

Außenministerium und Uno verurteilen Zwischenfälle

Das Außenministerium in Berlin rief die malawische Regierung im Umgang mit den Demonstranten "zu Zurückhaltung und Mäßigung" auf. Das Recht der Menschen auf "friedliche Versammlung und die Pressefreiheit" müssten respektiert werden, erklärte Ministeriumssprecher Andreas Peschke. Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon ließ über seinen Sprecher erklären, er sei angesichts der Nachrichten aus dem afrikanischen Land "betrübt" und "beunruhigt". Sämtliche Konflikte müssten "mit friedlichen Mitteln gelöst" werden.

Malawi ist eines der ärmsten Länder der Welt, die Hälfte der 13 Millionen Einwohner lebt unterhalb der Armutsgrenze. Rund 40 Prozent der Einnahmen des Landes gehen auf internationale Hilfsgelder zurück.

jok/dapd

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