Herzinfarkt Malawi bestätigt Tod des Präsidenten

Stundenlang hielten die Spekulationen an, jetzt bestätigte die Regierung offiziell den Tod des malawischen Präsidenten Mutharika. Er starb an den Folgen eines Herzinfarkts. Seine Nachfolgerin ist im Land umstritten, wird aber von den USA unterstützt. 

Der Malawische Präsident Mutharika: An den Folgen eines Herzinfarkts gestoben
AFP

Der Malawische Präsident Mutharika: An den Folgen eines Herzinfarkts gestoben


Lilongwe - Die Behörden in Malawi haben den Tod von Präsident Bingu wa Mutharika nun offiziell bestätigt. "Wir müssen die traurige Nachricht mitteilen, dass Präsident Mutharika verstorben ist", erklärte am Samstag das Präsidentenbüro. Es kündigte eine zehntägige Staatstrauer an.

Der 78-Jährige war am Freitag an den Folgen eines Herzinfarkts gestorben. Mutharika war wegen seiner Herzprobleme zur Behandlung nach Südafrika geflogen worden. Regierungsmitglieder hatten dann am Freitag mitgeteilt, der Staatschef sei verstorben. Eine offizielle Bestätigung für die Berichte gab es jedoch nicht. Laut der Erklärung seines Büros tritt Vizepräsidentin Joyce Banda verfassungsgemäß die Nachfolge an.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, übernahm die 61-jährige Banda am Samstag die Amtsgeschäfte. Im Beisein von Ministern, dem Generalstaatsanwalt sowie den Spitzen von Militär und Polizei erklärte sie sich in Lilongwe zum Staatsoberhaupt. "Wie Sie sehen, hat die Verfassung gesiegt", sagte Banda.

Nachfolge umstritten

Die Nachfolge könnte allerdings zu politischen Spannungen führen. Mutharika hatte Banda 2010 aus der herrschenden Demokratischen Volkspartei (DDP)ausgeschlossen. Nach Medienberichten bereitete er seinen Bruder Peter, derzeit Außenminister, als Nachfolger auf das Präsidentenamt vor. Diesen berief die DDP am Freitag zu ihrem neuen Vorsitzenden. Mehrere Mitglieder aus dem inneren Machtzirkel des Ex-Präsidenten erklärten zudem im staatlichen Fernsehen, dass Vizepräsidentin Banda nicht geeignet für das Präsidentenamt sei.

Allerdings deutetet die Anwesenheit ranghoher Vertreter von Regierung und Sicherheitskräften bei der Erklärung Bandas darauf hin, dass der Streit vorerst ausgeräumt ist. Auch die USA als wichtigster Geldgeber des verarmten südostafrikanischen Landes hatten darauf gedrungen, dass die Frauenrechtlerin die Amtsgewalt übernimmt. Die USA erwarteten, dass Banda rasch vereidigt werde, erklärte das Außenministerium in Washington.

Menschen leiden unter Wirtschaftskrise

Mutharika kam 2004 an die Spitze des Staats, fünf Jahre später wurde er mit großer Mehrheit wiedergewählt. Der Ökonom arbeitete zuvor für verschiedene internationale Organisationen, darunter die Weltbank.

Die Mehrheit der 13 Millionen Menschen in Malawi dürfte Mutharika keine Träne nachweinen. In ihren Augen war er ein autokratischer Herrscher und persönlich für die Wirtschaftskrise verantwortlich, die Ergebnis eines Bruchs mit der früheren Kolonialmacht Großbritannien ist.

heb/dpa/AFP/Reuters



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