MH17-Abschuss in der Ukraine Niederländische Experten öffnen Zug voller Leichen

Ein Expertenteam aus den Niederlanden hat zum ersten Mal die Leichen nach dem Flugzeugabsturz in der Ukraine begutachtet. Die Ermittler fordern, die Kühlwaggons mit den Toten aus dem Gebiet der Milizen zu fahren.

AP

Donezk - In dem Zug sollen sich weit mehr als 200 Leichen befinden, nun haben die prorussischen Milizen in der Ostukraine einem internationalen Expertenteam erstmals Zugang gewährt: Niederländische Ermittler haben mit der Untersuchung der Toten des Unglücksflugs MH17 begonnen. Sie öffneten dazu die Kühlwaggons des in der Ortschaft Tores abgestellten Zuges. Bei der Begutachtung halfen auch Vertreter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE).

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Jeweils zwei niederländische Polizeiexperten überprüften die Leichen in den fünf Kühlwaggons. Der Verwesungsgeruch war so stark, dass mehrere Umstehende ins Taumeln gerieten. Den Bahnhof ließen die Separatisten von rund 50 Kämpfern sichern. Die ukrainische Regierung wirft den Milizen vor, die Arbeiten rund um das Wrack von Flug MH17 von Malaysia Airlines zu behindern.

In dem Zug befinden sich nach Angaben der Separatisten 282 Leichen von Opfern des Flugzeugabsturzes. Gemeinsam mit den niederländischen Ermittlern ist in Tores auch ein Team von deutschen Forensik-Experten des Bundeskriminalamts (BKA) eingetroffen.

Die Untersuchungen am Montag sollten den Ermittlern nur einen Überblick verschaffen. Der für den Einsatz in der Ukraine verantwortliche niederländische Gerichtsmediziner Peter Van Vliet sagte, für gründlichere Analysen müsse der Zug mit den Leichen aus dem Rebellengebiet gefahren werden. Er wolle, dass der Zug an einen Ort komme, "wo wir unsere Arbeit machen können", sagte Vliet. Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte sprach sich dafür aus, die Leichen in das von der ukrainischen Regierung kontrollierte Charkiw zu bringen. Dort könnte offenbar ein Zentrum für die Ermittlungen rund um den Absturz von MH17 entstehen.

Nach der ersten Begutachtung des Zuges begab sich die internationale Delegation aus OSZE und niederländischen Experten zum Absturzort der Maschine.

Die niederländischen Ermittler sind in der Ukraine, weil sich Kiew zuvor bereit erklärt hatte, die Koordination der Ermittlungen den Niederländern zu überlassen und alle Leichen nach Amsterdam zu überstellen. Von den 298 Todesopfern hatten mehr als 190 die niederländische Staatsbürgerschaft.

kes/AFP/Reuters/dpa

insgesamt 8 Beiträge
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Seite 1
sunglider 21.07.2014
1. Das sind keine Soldaten
Warum nennt man die eigentlich Seperatisten und nicht bei der richtigen Bezeichnung. Terroristen.
Immanuel_Goldstein 21.07.2014
2.
Zitat von sungliderWarum nennt man die eigentlich Seperatisten und nicht bei der richtigen Bezeichnung. Terroristen.
Weil es harmloser klingt und man sie nicht mit Putin auf eine Stufe stellen will.
Karlson0815 21.07.2014
3.
Man hätte gleich nach dem Unglück eine schnelle Eingreiftruppe unter Führung der EU mit + 10.000 Mann schicken sollen, die das Gebiet der Absturzstelle weiträumig absichert und alle Terroristen verhaftet. Es ist bereits soviel Zeit vergangenen und die Terroristen hatten genug Zeit Beweise zu beseitigen. Schade, dass die EU nicht das militärische Selbstbewusstein der USA der vor Obama Äre hat. In solchen Situationen wäre das absolut angebracht gewesen. Es geht immerhin um über 200 Bürger der Europäischen Union, die aller Wahrscheinlichkeit nach von russisch unterstützten Teroristen heimtückisch getötet wurden. Schade, dass die EU selbst bei einer solchen Situation keine Stärke zeigt.
sagichned 21.07.2014
4.
Zitat von sungliderWarum nennt man die eigentlich Seperatisten und nicht bei der richtigen Bezeichnung. Terroristen.
Weil es nicht nach Ihrem Gutdünken geht, was Sie für richtig halten.
nouviso 21.07.2014
5. endlich...
...lässt man die experten mal anfangen zu arbeiten. Wurde auch höchste Zeit dass die Separatisten den weg frei machen!
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