MH17-Absturz in der Ukraine Ermittler finden Teil des Boeing-Rumpfes

In der Ostukraine haben Ermittler ein weiteres Wrackteil der abgeschossenen Boeing entdeckt, Sitze und Fenster seien noch intakt. Auch Leichen liegen immer noch in den Feldern. Die USA erheben neue Vorwürfe gegen Russland.

Ein Wrackteil des MH17-Flugs (Archiv): Teil des Rumpfes gefunden
REUTERS

Ein Wrackteil des MH17-Flugs (Archiv): Teil des Rumpfes gefunden


Washington - Eine Woche nach dem Absturz des Malaysia-Airlines-Flugzeugs in der Ostukraine haben Ermittler australischen Medienberichten zufolge ein neues großes Wrackteil sowie weitere Leichen gefunden. Sie beriefen sich auf Sprecher der OSZE, die unter anderem australische Ermittler in das Absturzgebiet begleitet hatten.

Der Fundort liege unweit der anderen Wrackteile. Die Ermittler - darunter zwei australische Diplomaten und ein Forensiker - seien zunächst nicht dafür ausgerüstet gewesen, die Leichen zu bergen, berichteten der Fernsehsender ABC und die Zeitung "Sydney Morning Herald". Bei dem Wrackteil handelt es sich demnach um einen Teil des Rumpfes, in dem Sitze und Fenster noch intakt waren.

Neue Vorwürfe gegen Russland im Ukraine-Konflikt

Die USA beschuldigten am Donnerstag Russlands Truppen, von eigenem Staatsgebiet aus ukrainische Armeestellungen mit Artillerie zu beschießen. Dafür hat die US-Regierung nach eigenen Angaben Beweise. Moskau plane zudem, weitere Raketenwerfer an die prorussischen Separatisten im Osten der Ukraine zu liefern, sagte eine Sprecherin des US-Außenministeriums. Die Hinweise kämen von Geheimdiensten befreundeter Staaten. Details nannte sie nicht.

Aus dem US-Verteidigungsministerium verlautete, Russland habe seine Truppen an der Grenze zur Ukraine zuletzt verstärkt. In den vergangenen Wochen habe die russische Armee jede Woche ein neues Bataillon ins Grenzgebiet verlegt und die Truppenstärke so auf 15.000 Soldaten erhöht. "Es sieht wie ein stetiger Aufbau aus", sagte ein Vertreter des Pentagon.

Die USA und die Ukraine beschuldigen seit Wochen Russland, nicht stark genug auf die prorussischen Separatisten einzuwirken, um den Konflikt im Osten des Landes zu entschärfen. Aus Washington hieß es nun, die russische Regierung plane zudem, Raketenwerfer an die Milizen zu liefern. Eine Stellungnahme aus Moskau lag dazu zunächst nicht vor.

kes/dpa

insgesamt 173 Beiträge
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doclocke 25.07.2014
1. Sind das ...
... Einschlaglöcher eines detonierten Raketensprengkopfes in dem Rumpfteil? Frage an den Experten :)
Christy Mack 25.07.2014
2. Internationalisierung des Ukrainisch-Russischen Krieges.
Hmm, also ich kann mich dem Eindruck nicht erwehren, dass kaum neue Meldungen zum Thema Ukraine kommen. Es ist wie in Syrien immer das gleiche, was durchgekaut wird: Die eine Seite wirft der anderen vor, blablabla, die Amerikaner sagen dies, die Russen bestreiten das und fragen, wem es denn am meisten nützt. Obwohl sich der Konflikt ähnlich wie damals auf dem Balkan in Europa abspielt, scheint sich die "allg. Öffentlichkeit" nicht bedroht zu fühlen und damit schwindet das Interesse daran. Schuld daran sind vor allem die Konfliktparteien, die es nicht mal auf einfache Weise verstanden haben aufeinander zuzugehen, sondern bei wirklich jeder Eskalation die jeweils andere Seite wie ein Kleinkind beschuldigten, angefangen zu haben. Mir persönlich ist es schleierhaft, wieso man hier nicht einen ganz simplen Kompromiss eingeführt hat ähnlich wie damals in Camp David: "Redet miteinander oder ihr habt beide bald ein mächtiges Finanzierungs-/Nachschubproblem". Nunja, jetzt kommen wieder die, die den Russen oder den USA gleich vorwerfen, schuld daran zu sein. Aber ich denke, das Problem liegt wirklich nur bei den Konfliktparteien in der Ukraine.
urdemokrat 25.07.2014
3. Beweis !
Sieht man sich das Foto des Rumpfteils genau an, kann man zahlreiche Löcher im Rumpf erkenne. Diese Löcher scheinen von außen nach innen weisen. Damit dürfte wohl endgültig klar sein, dass ein Raketentreffer die Ursache des Absturzes war.
breguet 25.07.2014
4. Gibts ne Erklärung
Ich bin leider völlig unerfahren wenn es um Raketen und Bomben geht deshalb die Frage, worauf deuten diese Löcher im Rumpf hin, was war das für ein Geschoss. Gibt es bei den BUKs ein großes Loch oder viele kleine wie auf dem Foto zu sehen.
radler_muc 25.07.2014
5. Eindeutige Spuren
Daß es sich um einen Abschuß durch eine Rakete mittels Fragmentationssprengkopf handelt, dürfte damit eindeutig bewiesen sein. Das schränkt natürlich die in Frage kommenden System deutlich ein. Die Schuldfrage klärt es leider nicht. Und selbst wenn man nachweisen kann, daß der Abschuß den Separatisten zuzuschreiben ist, stellt sich immer noch die Frage, wer das System bedient hat.
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