Umstrittene Hilfe für Aktivisten Malaysia bestellt deutschen Botschafter ein

Die diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Malaysia sind abgekühlt: Deutschland soll eine regierungskritische Organisation im Land finanziell unterstützt haben. Am Donnerstag beschwerte sich der Außenminister beim deutschen Botschafter über den Vorfall.


Kuala Lumpur - Das Auswärtige Amt soll über die deutsche Botschaft in Malaysia die Menschenrechtsorganisation Suaram finanziell unterstützt haben - und hat damit die Regierung des südostasiatischen Landes gegen sich aufgebracht. Der Außenminister Malaysias, Anifah Aman, nannte die Hilfe für die regierungskritische Organisation eine "Einmischung in die inneren Angelegenheiten eines unabhängigen Staates". Seine Regierung sei darüber "zutiefst enttäuscht". Am Donnerstag bestellte er den deutschen Botschafter daher zu einem Gespräch ein.

Suaram setzt sich nach eigenen Angaben für Freiheit, Demokratie und Gerechtigkeit in Malaysia ein. Die Organisation wirft der Regierung vor, Aktivisten zu schikanieren, die Missstände im Land aufdecken. Die malaysische Regierung beschuldigt Suaram hingegen, Gelder illegal als Spenden deklariert zu haben.

Die umstrittene Hilfe soll bereits im Jahr 2010 geleistet worden sein. Laut malaysischer Regierung hat die deutsche Botschaft damals ein Vorhaben von Suaram finanziell gefördert. Die Botschaft äußerte sich zunächst nicht zu den Vorgängen, bestätigte aber, dass es ein Gespräch zwischen Botschafter Gunter Grube und Außenminister Aman gab. Grube wird in der malaysischen Presse mit den Worten zitiert, man habe ein Projekt, an dem auch Suaram mitgearbeitet hat, "mit einem kleinen Beitrag" unterstützt.

jls/dpa/afp

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