Opfer sind womöglich Flüchtlinge Massengräber im Norden von Malaysia entdeckt

Die Rede ist von 100 Leichen: Im Norden Malaysias ist die Polizei auf Massengräber gestoßen. Bei den Opfern handelt es sich möglicherweise um Flüchtlinge aus Burma.
Grenzgebiet Malaysia-Thailand: Massengräber von Flüchtlingen aus Burma?

Grenzgebiet Malaysia-Thailand: Massengräber von Flüchtlingen aus Burma?

Foto: Joshua Paul/ AP/dpa

In Malaysia sind Medienberichten zufolge Massengräber mit den Leichen mutmaßlicher Flüchtlinge aus Burma und Bangladesch entdeckt worden. Die Zeitung "Utusan Malaysia" berichtete am Sonntag, die Polizei habe im Norden des Landes in einer an Thailand angrenzenden Region 30 große Gräber gefunden. Dem Blatt "The Star" zufolge wurden am Freitag in Malaysia allein in einem Grab fast 100 Leichen entdeckt.

Aus Polizeikreisen verlautete, Experten aus der Hauptstadt Kuala Lumpur seien vor Ort. Es sei aber nicht klar, wie hoch die Zahl der Gräber und die der Leichen sei. Offen sei zudem, ob die Toten der muslimischen Minderheit der Rohingya angehörten, die in dem überwiegend buddhistischen Land Burma seit Langem unter Diskriminierung leiden. Nach Angaben einer Polizeisprecherin soll es am Montag eine Pressekonferenz dazu geben.

Der Norden Malaysias liegt auf dem Weg, auf dem Schlepperbanden mit Booten Rohingyas aus Burma und Arbeitsuchende aus Bangladesch nach Südostasien bringen. Mehr als 3000 Flüchtlinge haben in diesem Monat in Schiffen Malaysia und Indonesien erreicht.

In Südthailand waren Ende April bereits mehr als zwei Dutzend verscharrte Leichen entdeckt worden. Viele Rohingya werden von Schleppern unter falschen Versprechungen außer Landes geschleust. Sie werden wie Geiseln in Dschungelcamps festgehalten, bis ihre Familien Geld für die Passage etwa nach Malaysia zahlen, wie Überlebende berichtet haben.

ric/dpa/Reuters
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