MH17-Abschuss Luftbrücke bringt weitere Opfer nach Eindhoven

Es ist der zweite Tag der Operation "Bringt sie nach Hause": Im ukrainischen Charkiw sind zwei Maschinen mit Opfern des Abschusses von Flug MH17 in Richtung Niederlande gestartet. Die Regierung in Den Haag fordert jetzt Polizeischutz für die Ermittler an der Absturzstelle.

Abflug in Charkiw: Operation "Bring them Home"
DPA

Abflug in Charkiw: Operation "Bring them Home"


Den Haag/Charkiw - Der Transport von Opfern des Absturzes von Flug MH17 in die Niederlande wird an diesem Donnerstag fortgesetzt. Eine Luftbrücke bringt weitere Leichen nach Eindhoven. Militärtransporter aus den Niederlanden und Australien holten 74 Särge aus der ukrainischen Stadt Charkiw ab. Die Militärmaschinen sollen gegen 16 Uhr landen. Angehörige der Opfer und Vertreter der niederländischen Regierung sollen sie mit einer kurzen Zeremonie und einer Schweigeminute empfangen.

In Eindhoven waren am Vortag auch die ersten 40 Toten eingetroffen. Sie wurden vom niederländischen Königspaar, Ministerpräsident Mark Rutte und vielen Angehörigen der Opfer erwartet. Tausende Menschen verfolgten an der Strecke den Konvoi von Leichenwagen, der die Toten in eine Kaserne in Hilversum brachte. Dort sollen die Absturzopfer von 75 Gerichtsmedizinern identifiziert werden. Auch Malaysia und Neuseeland entsandten Forensiker zur Hilfe in die Niederlande. Bis Freitag sollen alle bislang geborgenen sterblichen Überreste in die Niederlande gebracht werden.

Die Identifizierung wird nach Einschätzung von Experten Wochen oder Monate dauern. In Farnborough in Großbritannien untersuchen internationale Fachleute inzwischen die zwei Flugschreiber der Boeing.

Der niederländische Sicherheitsrat, der die internationale Untersuchung des Absturzes leitet, forderte ungehinderten Zugang zur Unglücksstelle. Ermittler könnten auch eine Woche nach dem Abschuss der Boeing von Malaysia Airlines noch immer nicht zu der Stelle - die Lage dort sei zu unsicher.

Niederlande und Australien wollen Uno-Resolution

Die Regierung in Den Haag fordert inzwischen eine internationale Polizeitruppe, um Ermittler an der Absturzstelle von Flug MH17 zu schützen. Es gehe nun darum, Klarheit über die Ursache zu erlangen und die Täter zu verfolgen und zu bestrafen. Bei dem Abschuss der malaysischen Boeing 777-200 über der Ostukraine waren vor einer Woche 298 Menschen getötet worden. 193 von ihnen stammten aus den Niederlanden.

Der niederländische Außenminister Frans Timmermans traf am Donnerstag mit seiner australischen Kollegin Julie Bishop in Kiew ein, um das weitere Vorgehen zu beraten. Die Niederlande und Australien bereiten nach Medienberichten eine Resolution für den Uno-Sicherheitsrat vor, um den Einsatz einer bewaffneten Einheit in dem Katastrophengebiet zu ermöglichen.

Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) und Experten aus Malaysia und Australien durften am Donnerstag die Unglücksstelle besuchen und die Position von Wrackteilen dokumentieren. Sie wurden offenbar nicht von prorussischen Separatisten behindert - zumindest gibt es keine entsprechenden Berichte. Die Ukraine und der Westen verdächtigen die Separatisten, die Maschine abgeschossen zu haben. Russland und die Aufständischen haben den Verdacht dagegen auf das ukrainische Militär gelenkt.

Russland forderte die Ukraine und die USA zur Veröffentlichung ihrer Beweise auf. Es gebe bisher keinen einzigen Beleg für die behauptete Beteiligung der prorussischen Separatisten am Absturz der Boeing, kritisierte Vize-Verteidigungsminister Anatoli Antonow. Es werde zwar immer wieder auf Erkenntnisse der US-Geheimdienste und auf Satellitenfotos verwiesen, die einen Raketenstart von dem Konfliktgebiet aus belegen sollen, sagte Antonow. "Aber wo sind diese Beweise?", fragte der Militärfunktionär im russischen Staatsfernsehen.

Ein Kommandeur der Separatisten wies Berichte zurück, wonach die prorussischen Kräfte ein Exemplar des Flugabwehrsystems "Buk" besessen haben sollen. "Ich habe keine Kenntnis davon, dass die Aufständischen eine solche Waffe besitzen", sagte Alexander Chodakowski im Staatsfernsehsender Russia Today am Donnerstag.

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lili_54 24.07.2014
1. Ursprüngliche Flugzeugroute wird bis heute verheimlicht, warum?
Das Flugzeug sollte über West-Ukraine fliegen, warum wurde die Route geändert und es ist über einem Kriegsgebiet geflogen? Ich trauere sehr über die Opfer des Flugzeugabsturzes und mir tun auch Menschen in Ost-Ukraine sehr Leid, die seit dem bewaffneten Regierungsumsturz in Kiev unschuldig gestorben sind, durch die ständigen Bombardements. Die Verantwortung für das Leid der unschuldigen Menschen sollen, die jenigen tragen-die das gewaltsame Vorgehen, der bis heute illegitimen Kiev-Regierung unterstützen. Was hat Turschinow in der Regierung verloren, wer hat ihn gewählt? Das Parlament muss neu gewählt werden! Heute gleicht es einer Psychiatrie-wo Andersdenkende verprügelt werden, viele gewählte Abgeordnete befinden sich seit dem Regierungsumsturz nicht mehr im Parlament, Gesetze werden mit gestohlenen Abgeordneten-Karten abgestimmt. Ist das legitim, dass während der Wahlen in Ukraine fast ausschließlich der Herr Poroschenko seinen Medienwirksammen Auftritt hatte (er hat das Medien-Monopol). Ist das in Deutschland auch möglich? Warum wurde der Personenschutz von den maidan-kritischen PRÄSIDENTENKANDIDATEN durch Turschinow aufgehoben, so dass diese von den Schlägertruppen unbestraft verprügelt wurden? Die Opfer des Flugzeugabsturzes waren leider nur ein Mittel zum Zweck. Ich sage es, weil diese Flugzeugkatastrophe viel-zu viele Ungereimtheiten hat.
Hans58 24.07.2014
2.
Zitat von lili_54Das Flugzeug sollte über West-Ukraine fliegen, warum wurde die Route geändert und es ist über einem Kriegsgebiet geflogen? Ich trauere sehr über die Opfer des Flugzeugabsturzes und mir tun auch Menschen in Ost-Ukraine sehr Leid, die seit dem bewaffneten Regierungsumsturz in Kiev unschuldig gestorben sind, durch die ständigen Bombardements. Die Verantwortung für das Leid der unschuldigen Menschen sollen, die jenigen tragen-die das gewaltsame Vorgehen, der bis heute illegitimen Kiev-Regierung unterstützen. Was hat Turschinow in der Regierung verloren, wer hat ihn gewählt? Das Parlament muss neu gewählt werden! Heute gleicht es einer Psychiatrie-wo Andersdenkende verprügelt werden, viele gewählte Abgeordnete befinden sich seit dem Regierungsumsturz nicht mehr im Parlament, Gesetze werden mit gestohlenen Abgeordneten-Karten abgestimmt. Ist das legitim, dass während der Wahlen in Ukraine fast ausschließlich der Herr Poroschenko seinen Medienwirksammen Auftritt hatte (er hat das Medien-Monopol). Ist das in Deutschland auch möglich? Warum wurde der Personenschutz von den maidan-kritischen PRÄSIDENTENKANDIDATEN durch Turschinow aufgehoben, so dass diese von den Schlägertruppen unbestraft verprügelt wurden? Die Opfer des Flugzeugabsturzes waren leider nur ein Mittel zum Zweck. Ich sage es, weil diese Flugzeugkatastrophe viel-zu viele Ungereimtheiten hat.
Es ist mir unverständlich, dass diese Behauptungen unverändert immer wieder auftauchen. Würde man sich mit den Fakten befassen, anstatt auf Gerüchte zu hören, wüsste man, dass die MH17 (und nicht nur die) auf der L980 völlig normal geflogen ist.
gievlos 24.07.2014
3. Das rote Kreuz
spricht aus, was hier offenbar noch niemand wahr haben will. Dass es sich in der Ukraine nicht um einen Aufstand handelt. Und auch nicht um einen Bürgerkrieg. Sondern um einen KRIEG. Somit wird kann und wird der Abschuss der MH17 auch als Kriegsverbrechen behandelt werden. http://mobile.reuters.com/article/idUSKBN0FR0V920140722?irpc=932
Pilatuss 24.07.2014
4. Na ja
Zitat von Hans58Es ist mir unverständlich, dass diese Behauptungen unverändert immer wieder auftauchen. Würde man sich mit den Fakten befassen, anstatt auf Gerüchte zu hören, wüsste man, dass die MH17 (und nicht nur die) auf der L980 völlig normal geflogen ist.
Dann zeigen Sie doch mal die Daten der Route und würden es vielleicht DANN verstehen, warum die Leute hier Behauptungen schreiben, die gar keine Behauptungen sein müssen. Gruß aus Bremen
gievlos 24.07.2014
5.
Zitat von PilatussDann zeigen Sie doch mal die Daten der Route und würden es vielleicht DANN verstehen, warum die Leute hier Behauptungen schreiben, die gar keine Behauptungen sein müssen. Gruß aus Bremen
Was macht das denn für einen Unterschied? Warum klammern Sie sich denn an dieser Möglichkeit fest? Selbst wenn die Maschine ihre Route geändert hat, was tagtäglich vorkommt, ist das keine Legitimierung für die Russen gewesen, sie abzuschießen. Das ist es doch, was Sie letztendlich gerne bewiesen hätten? Die völlige Unschuld Putins und seiner Schergen! Aber ich sagen Ihnen was: sich vorher auf ein Urteil festzulegen und sich dann die Beweise und Indizien so zusammenzustellen, dass das Wunsch-Ergebnis dabei vielleicht herauskommt, ist höchstens Praxis in totalitären Staaten (wie in Russland in den letzten 10 Jahren sehr häufig gesehen!)
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