Vor Geldwäsche-Prozess Ex-Präsident der Malediven festgenommen

Ihm wird Geldwäsche und Bestechung vorgeworfen: Der ehemalige Präsident der Malediven, Abdulla Yameen, ist vor dem Prozessauftakt verhaftet worden. Der 59-Jährige hatte das Amt erst im November abgegeben.

Abdulla Yameen
AFP

Abdulla Yameen


Wenige Tage nach seiner Anklage wegen Geldwäsche ist der ehemalige Präsident der Malediven, Abdulla Yameen, verhaftet worden. Der Strafgerichtshof in der Hauptstadt Malé ordnete die Haft des 59-Jährigen bis zum Ende des Gerichtsverfahrens gegen ihn an. Die Staatsanwaltschaft hatte das mit der Begründung beantragt, Yameen habe versucht, Zeugen zu bestechen.

Der Prozess soll noch in dieser Woche beginnen. Yameen wird vorgeworfen, während seiner Amtszeit rund 1,5 Millionen Dollar erhalten zu haben, die zuvor einer staatlichen Marketingagentur gestohlen worden waren.

Yameen hatte die als Urlaubsparadies bekannte Inselkette im Indischen Ozean bis zum September 2018 autokratisch regiert: Im Februar hatte seine Regierung den Ausnahmezustand ausgerufen, nachdem der Oberste Gerichtshof die Freilassung von inhaftierten Oppositionspolitikern angeordnet hatte.

Yameen sprach von einem Putschversuch und ließ zahlreiche Menschen festnehmen, darunter zwei Richter des Obersten Gerichtshofs sowie seinen Halbbruder, den jahrzehntelang regierenden Ex-Präsidenten Maumoon Abdul Gayoom. Im September dann verlor er die Präsidentschaftswahl überraschend deutlich gegen Ibrahim Mohamed Solih.

bam/dpa



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