Mali Bewaffnete greifen Touristenhotel in Bamako an

In Malis Hauptstadt Bamako haben Unbekannte ein bei westlichen Touristen beliebtes Hotel angegriffen. Mindestens zwei Menschen kamen ums Leben, 36 wurden befreit.
Blick über Bamako in Mali

Blick über Bamako in Mali

Foto: Oliver Lang/ dpa

Bei einem Angriff auf ein Hotel in der Hauptstadt von Mali sind mindestens zwei Menschen getötet worden. Ein Opfer habe die Staatsbürgerschaften Frankreichs und Gabuns, die andere Person sei noch nicht identifiziert worden, teilte das Sicherheitsministerium am späten Sonntagabend auf Facebook mit. Mindestens zwei weitere Menschen - ein Zivilist und ein Mitglied der Sicherheitskräfte - seien bei dem Angriff auf das Hotel in einem Vorort von Bamako verletzt worden, hieß es aus Sicherheitskreisen.

Bei dem Hotel handelt es sich um das Luxusresort Le Campement. Bewaffnete Terroristen griffen demnach die Anlage in einem Vorort von Bamako an. Eine Anti- Terror-Einheit habe nur wenige Minuten später das Hotel erreicht und umzingelt. An dem Einsatz seien Sicherheitskräfte Malis, Frankreichs, der Uno und der USA beteiligt gewesen, berichteten Augenzeugen.

Vier Angreifer sind nach offiziellen Angaben getötet worden. Zwei tote Islamisten seien gefunden worden, sagte der Sicherheitsminister Salif Traoré, nach den Leichen von zwei weiteren werde gesucht. Zur Gesamtzahl der Angreifer äußerte der Minister sich nicht. Laut Traoré wurden insgesamt 36 Gäste und Angestellte der Ferienanlage "gerettet", darunter 15 Franzosen und ebenso viele Malier.

Erst vor gut einer Woche hatte die US-Botschaft in Mali vor einer möglichen erhöhten Gefahr durch Anschläge gegen bei Ausländern beliebten Ziele in Bamako gewarnt. Man solle Orte mit schlechter Sicherheit meiden, etwa Hotels, Restaurants und Kirchen, hieß es.

Die Terrororganisation Al-Qaida im Islamischen Maghreb (AQMI) und andere extremistische Gruppen sind im Norden Malis aktiv. Sie greifen dort immer wieder Uno-Friedenstruppen und malische Streitkräfte an. Im November 2015 griffen Terroristen das Radisson-Hotel in Bamako an, nahmen hundert Gäste als Geiseln und töteten zwanzig.

Im westafrikanischen Mali sind zahlreiche französische und deutsche Soldaten stationiert. Die ehemalige Kolonialmacht Frankreich griff im Januar 2013 militärisch ein, um das Vorrücken von Islamisten und Tuareg-Rebellen vom Norden in den Süden Malis zu stoppen und die geschwächten Regierungstruppen zu unterstützen.

Die Bundeswehr ist an dem 2013 gestarteten Stabilisierungseinsatz der Uno in Mali beteiligt. Im Januar stimmte der Bundestag der Ausweitung des Einsatzmandats auf bis zu tausend deutsche Soldaten zu.

cst/koe/AFP/Reuters/dpa