Kampf gegen Islamisten Deutschland verwehrt Frankreich Hilfe bei neuem Mali-Einsatz

Mali ist von der Bedrohung durch islamistische Milizen trotz internationaler Unterstützung völlig überfordert. Frankreich will daher eine neue Spezialkräfteeinheit schaffen - blitzte bei der Bundesregierung jedoch ab.
Gefährlicher Einsatz: Ein Soldat der Bundeswehr nahe dem Stützpunkt im malischen Gao

Gefährlicher Einsatz: Ein Soldat der Bundeswehr nahe dem Stützpunkt im malischen Gao

Foto: Michael Kappeler/ DPA

Die Bundesregierung will sich nicht am Aufbau einer internationalen Spezialkräfteeinheit für den Kampf gegen Islamisten in Mali beteiligen. Entsprechende Bitten Frankreichs um Unterstützung für eine "Combined Joint Special Operations Task Force" habe Deutschland bereits zweimal abgelehnt, teilte das Verteidigungsministerium auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion mit. Das Dokument liegt der Nachrichtenagentur dpa vor.

In den Staaten der Sahelzone - einem Gebiet, das sich südlich der Sahara vom Atlantik bis zum Roten Meer erstreckt - sind etliche bewaffnete Gruppen aktiv, einige haben den Terrororganisationen Islamischer Staat (IS) oder al-Qaida die Treue geschworen.

Dschihadisten können "uneingeschränkt agieren"

Das Verteidigungsministerium zieht in dem als Verschlusssache eingestuften Papier eine düstere Bilanz der Sicherheitslage in der Region. Die Bedrohungslage sei durch dschihadistische Gruppierungen und organisierte Kriminalität geprägt. Dschihadisten hätten "weitgehende Bewegungsfreiheit" und könnten "uneingeschränkt agieren".

Malische Sicherheitskräfte stießen trotz internationaler Unterstützung regelmäßig an ihre Grenzen, heißt es weiter. Auch der Einsatzwert der gemeinsamen Einsatztruppe der G5-Sahelstaaten Burkina Faso, Mali, Mauretanien, Niger und Tschad sei derzeit niedrig.

Frankreich geht in Mali und weiteren Ländern der Sahelzone mit der Truppe "Barkhane" gegen islamistische Terroristen vor. Ihr gehören etwa 4500 Soldaten an. In Mali sind auch bis zu 1100 Bundeswehrsoldaten im Einsatz. Sie sind Teil der EU-Ausbildungsmission EUTM Mali sowie der Uno-Mission Minusma zur Stabilisierung des Landes. Dieser gilt als der gefährlichste Einsatz der Bundeswehr.

mes/dpa