Unglück in Mali Flugschreiber von abgestürztem "Tiger" gefunden

Nach dem Hubschrauber-Unglück in Mali sind die beiden umgekommenen deutschen Soldaten in die Heimat überführt worden. Der Flugschreiber wurde gefunden und soll nun Auskunft über die Absturzursache geben.

Ursula von der Leyen
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Ursula von der Leyen


Luftfahrtexperten der Bundeswehr haben einen von zwei Flugschreibern des abgestürzten Kampfhubschraubers in Mali gefunden. Das Gerät sei jedoch beschädigt, man wisse nicht, ob man es auslesen könne, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Das zweite Gerät suche man immer noch.

Beim Absturz eines Hubschraubers des Typs "Tiger" in Mali waren am Mittwoch zwei Soldaten ums Leben gekommen. Es sind die ersten Todesfälle von Bundeswehrsoldaten im Auslandseinsatz seit 2015. Die Ursache ist bisher ungeklärt. Experten der Bundeswehr ermitteln dazu vor Ort.

Nach SPIEGEL-Informationen waren am Mittwoch zwei Hubschrauber der Uno zu einem Einsatz rund 150 Kilometer nördlich von Gao angefordert worden. Offenbar war dort ein Konvoi unter Feuer geraten, die Kampfhubschrauber sollten die Truppen am Boden unterstützen. Dann stürzte einer der beiden deutschen Helikopter, die jeweils mit zwei Piloten besetzt sind, ab. In Bundeswehrkreisen hieß es, es gebe keine Hinweise auf einen Angriff vom Boden. Folglich gehe man von einem technischen Defekt oder einem anderen Problem aus.

In Gao sind rund 800 deutsche Soldaten als Teil der Blauhelmtruppe Minusma stationiert, die die Einhaltung des Friedensabkommen zwischen der malischen Regierung und den Rebellen überwacht.

"Tiger"-Kampfhubschrauber im Camp Castor in Mali (Archivbild)
DPA

"Tiger"-Kampfhubschrauber im Camp Castor in Mali (Archivbild)

Von der Leyen nimmt tote Soldaten in Empfang

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) nahm am Abend die Leichen der beiden umgekommenen Soldaten im Kreise von Angehörigen und Kameraden auf dem Militärflughafen in Köln in Empfang. Sie waren mit einem Airbus der Luftwaffe am Samstag von Westafrika nach Hause geflogen worden. In einem Hangar begann am Abend eine kurze Trauerzeremonie, eine sogenannte Ehrenvolle Aufnahme. Sie fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Dabei wurden die Särge durch ein Spalier in einen Hangar getragen und sollten durch Militärseelsorger gesegnet werden. In einer Kapelle sollten sich die Angehörigen dann verabschieden können.

Unmittelbar danach brach von der Leyen selbst nach Afrika auf. Bei einem Besuch im Camp der deutschen Soldaten im nordmalischen Gao will sie sich vor Ort ein Bild von den Ermittlungen zur Ursache des Hubschrauberabsturzes machen. Danach will sie nach Niger weiterfliegen, das die Bundeswehr als logistisches Drehkreuz für den Einsatz im Norden Malis nutzt. Letzte Station ihrer Reise, die sie teilweise gemeinsam mit der französischen Verteidigungsministerin absolviert, wird ein Besuch in der malischen Hauptstadt Bamako sein.

kry/dpa/Reuters



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