Terror in Mali Hollande bestätigt Tod der Geisel Philippe Verdon 

Der in Mali entführte Philippe Verdon ist tot. Das gab der Élysée-Palast bekannt. Der Leichnam des Franzosen war im Norden des Krisenlandes gefunden worden. Der Mann war 2011 von einem nordafrikanischen Qaida-Ableger verschleppt worden.

Verdon (r.) mit Terroristen (Aufnahme aus 2011): Tod "formal bestätigt"
AFP

Verdon (r.) mit Terroristen (Aufnahme aus 2011): Tod "formal bestätigt"


Paris - Die schlimmsten Befürchtungen sind bestätigt worden: Bei der im Norden Malis gefundenen Leiche handelt es sich um die französische Geisel Philippe Verdon. Der Tod des Mannes sei "formal bestätigt", teilte Präsident François Hollande am Montagabend in einer Erklärung mit. Verdons Leiche werde so schnell wie möglich nach Frankreich gebracht.

Zuvor hatte er den Tod des Mannes bereits angedeutet. "Wir haben vor zehn Tagen in Nordmali einen Leichnam gefunden", sagte der Staatschef. Es sei "sehr wahrscheinlich", dass es um die sterblichen Überreste von Verdon handele.

Hollande kündigte an, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Außerdem werde weiter an der Befreiung der noch in der Sahel-Zone entführten Franzosen gearbeitet.

Verdon war im November 2011 in der Stadt Hombori im Norden Malis von Mitgliedern der Terrororganisation im islamischen Maghreb (Aqmi) gekidnappt worden. Später hatte der Ableger der Terrororganisation al-Qaida ein Foto veröffentlicht, das ihn mit dem ebenfalls entführten Franzosen Serge Lazarevic zeigte.

Im März 2013 meldete dann die Qaida-Untergruppe, sie habe Verdon getötet. Der "Spion" sei am 10. März als Reaktion auf den französischen Militäreinsatz "hingerichtet" worden, sagte ein Sprecher.

Frankreich hatte am 11. Januar 2013 militärisch in Mali eingegriffen, um ein Vordringen von Islamisten zu stoppen, die zuvor den gesamten Norden des Landes unter ihre Kontrolle gebracht hatten. Truppen der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (Ecowas) sollen das französische Kontingent nun ablösen.

In Mali werden ein halbes Dutzend weitere französische Geiseln der Aqmi vermutet.

heb/AFP/dpa

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