Angriff auf Militärbasis Mehr als 20 Tote bei Anschlag in Mali

In Mali haben mutmaßliche Dschihadisten einen Armeestützpunkt angegriffen. Mindestens 21 Soldaten sind dabei getötet worden. Angeführt wurde die Attacke dem Militär zufolge von einem desertierten Oberst.

Soldaten der Uno-Friedensmission in Mali (Archiv)
AP/ The Canadian Press

Soldaten der Uno-Friedensmission in Mali (Archiv)


Erneut erschüttert ein offenbar islamistischer Anschlag auf die Nationalarmee das westafrikanische Mali: Mutmaßliche Dschihadisten hatten in der Nacht zum Sonntag einen Armeestützpunkt überrannt und mindestens 21 Soldaten getötet.

Etliche weitere seien verletzt worden und mindestens 20 Soldaten würden vermisst, teilte die Oppositionsbewegung Front für den Schutz der Demokratie (FSD) mit. Zudem sei die Militärbasis zerstört worden; etliche Fahrzeuge seien ausgebrannt.

Wie aus Militärkreisen verlautete, kamen die Angreifer mit Autos und Motorrädern und stürmten den Stützpunkt Dioura in der Region Mopti im Zentrum des Landes. Der Anschlag sei von "terroristischen Gruppen unter dem Kommando von Ba Ag Moussa, einem desertierten Oberst" begangen worden, teilte die malische Armee mit. Militärkreisen zufolge wurden bislang 21 Leichen gefunden. Ein örtlicher Politiker bestätigte die Zahl.

Malis Präsident Ibrahim Boubakar Keita schrieb auf dem Kurzbotschaftendienst Twitter, das malische Volk stehe "vereint gegen schreckliche Taten". Eine Opferzahl nannte er nicht.

Das westafrikanische Mali ist seit 2012 Aufmarschgebiet für islamistische Gruppierungen, die damals die Kontrolle über den Norden des Landes übernahmen. Die ehemalige Kolonialmacht Frankreich griff 2013 militärisch ein und drängte die Islamisten zurück. Doch trotz des Präsenz Tausender internationaler Soldaten herrscht weiterhin Instabilität. In Mali ist auch die Bundeswehr im Einsatz, sie beteiligt sich unter anderem an der Uno-Mission Minusma.

asc/dpa/AFP



© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.