Camp in Mali Raketenangriff auf Militärcamp der EU

Im Süden Malis ist ein Militärcamp mit Raketen, Handfeuerwaffen und Sprengstoff attackiert worden. Auf der Anlage sind auch deutsche Soldaten stationiert. Nächste Woche wird Außenminister Maas die Anlage besuchen.

Deutsche Soldaten in Mali (Archivbild)
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Deutsche Soldaten in Mali (Archivbild)


Im westafrikanischen Mali ist das sogenannte Camp Gecko der EU-Mission unter Beschuss geraten. Das Lager, in dem sich etwa 100 deutsche Soldaten an der Ausbildung afrikanischer Streitkräfte beteiligen, sei am Sonntag mit Raketen, Handfeuerwaffen und Autobomben angegriffen worden, teilte das deutsche Verteidigungsministerium mit.

Ein Mensch, dessen Nationalität unbekannt ist, sei gestorben, hieß es. Vermutlich handele es sich um den Fahrer des mit Sprengstoff beladenen Kraftfahrzeugs. Zwei malische Soldaten seien verletzt worden. Die deutschen Soldaten blieben unversehrt.

Insgesamt beteiligen sich etwa 180 deutsche Soldaten an der EU-Mission, ebenso wie zahlreiche Österreicher und Spanier. Wie viele davon während des Angriffs im Camp waren, ist zurzeit unklar. Wer hinter dem Angriff steckt, ist ebenfalls nicht bekannt. Außenminister Heiko Maas will die Truppenausbildungsstätte in der kommenden Woche während seiner Westafrikareise besuchen.

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Krisen-Kräfte: Blauhelmsoldaten in aller Welt

Die Attacke auf Camp Gecko ist kein Einzelfall: Etwa 50 Kilometer außerhalb der malischen Hauptstadt Bamako kam es am Sonntag zu einem weiteren Angriff. Dabei seien drei Blauhelm-Soldaten aus Guinea getötet und ein weiterer verletzt worden, teilte Guineas Verteidigungsminister Mohammed Diane mit.

Vor genau einer Woche war die Bundeswehr in Mali schon einmal beschossen worden. Die Attacke erfolgte damals in Gao im Norden des Landes. Verantwortlich waren in diesem Fall wohl malische Streitkräfte, die eigentlich mit der Uno-Mission zusammenarbeiten. Aufgrund der Dunkelheit habe es offenbar ein unklares Lagebild gegeben, hieß es. Die deutschen Soldaten blieben unverletzt.

Der Mali-Einsatz gilt als der gefährlichste Auslandseinsatz der Bundeswehr. Vor allem im Norden des Landes sind etliche Gruppen islamistischer Extremisten aktiv. Seit dem Start der Mission im Jahr 2013 sind in Mali bereits mehr als 100 Uno-Soldaten getötet worden.

ssu/dpa



insgesamt 12 Beiträge
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lilioceris 24.02.2019
1. Ist das
überraschend ? "CNN's report, published earlier this month, revealed that Saudi Arabia and the United Arab Emirates had transferred US-made weapons to al Qaeda-linked fighters, hardline Salafi militias, and other groups on the ground. The weapons have also made their way into the hands of Iranian-backed rebels, exposing some of America's sensitive military technology to Tehran and potentially endangering the lives of US troops in other war zones." Schon lustig, wie Waffen wandern können. Raus aus Mali. Schluss mit den Auslandseinsätzen der Bundeswehr.
moerre 24.02.2019
2. "Angriff auf Bundeswehrsoldaten"?
Im Text selbst steht dagegen lediglich "Auf der Anlage sind auch deutsche Soldaten stationiert." Also was denn nun? Sind diese angegriffen wurden - oder waren sie lediglich auch in dem Camp? Nein, das ist nicht dasselbe, erstens überhaupt, und zweitens sind solche Camps ziemlich groß. Wer konkret angegriffen wurde, und wer zufällig in der Nähe war, sind verschiedene Dinge, und wenn tatsächlich die Deutschen direkt angegriffen wurden, wäre das etwas ganz anderes. Aber so klingt die Überschrift für deutsches Publikum natürlich viel dramatischer.
Dr. Kilad 24.02.2019
3. Das Problem ist,
dass die Bundeswehr letztlich nur ein Unrechtregime stützt, um gegen Fluchtbewegungen eine Todeszone zu schaffen. August letzten Jahres berichtete die UN auch von Massentötungen von Zivilisten durch staatliche Sicherheitskräfte. Zu richtigen Beurteilung fehlt hier viel an Information.
ole#frosch 24.02.2019
4. Streitkräfteeinsatz ganz oder gar nicht
Entweder mam entsendet so viele truopen, dass man das Land einnimmt und dann neu aufbaut oder man lässt es bleiben. Die derzeitigen Einsätze ohne Polizeibefugnis sind doch nicht zielführend.
capote 24.02.2019
5. So ist das halt.....
...wenn man Angriffskriege führt, nichts anderes sind die sogenannten Auslandseinsätze der Bundeswehr, allenfalls mit blauem Helm im Auftrage der UNO kann man davon ausnehmen. Die Angegriffenen wehren sich halt und das zu Recht, Deutschland hat in Mali nichts, aber auch gar nichts verloren.
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