Mali Mehrere Tote bei Geiselnahme in Hotel

In Mali hat es einen Terroranschlag gegeben: Mutmaßlich islamistische Angreifer drangen in ein Hotel ein und nahmen Geiseln. Mehrere Menschen wurden getötet.


Im westafrikanischen Mali haben mutmaßlich islamistische Terroristen Geiseln genommen und mehrere Menschen getötet. Bei dem Angriff auf ein Hotel in der Stadt Sévaré in der Mitte des Landes töteten sie mindestens sechs Menschen, die Nachrichtenagentur AFP meldete sogar mindestens acht Tote. Unter den Opfern soll laut Nachrichtenagentur Reuters auch ein Uno-Mitarbeiter sein.

Unter den Toten seien zudem zwei malische Soldaten, drei malische Soldaten seien verletzt worden, hieß es am Freitag laut AFP aus Armeekreisen. Laut Reuters sollen unter den Toten auch zwei Angreifer sein.

Die Bewaffneten sollen demnach am Morgen in das Hotel eingedrungen sein, in dem mindestens fünf westliche Gäste untergebracht waren: drei Südafrikaner, ein Franzose und ein Ukrainer. Wo sich die Hotelgäste zum Zeitpunkt des Anschlags aufhielten, war zunächst unklar.

Soldaten haben das Gebiet abgesperrt und versuchen, die Angreifer zu vertreiben. Sie liefern sich derzeit noch Gefechte mit den Angreifern um das Hotel "Le Byblos". Ein Mann mit einem Sprengstoffgürtel sei getötet worden, hieß es aus Armeekreisen weiter. Vor dem Hotel lag demnach der leblose Körper eines Weißen.

Eine Quelle vermutete, dass es sich um eine versuchte Geiselnahme handeln könnte: Ein Einwohner der Stadt Sévaré sagte der Agentur AFP am Telefon, es sei unklar, ob "die Terroristen gefasst wurden". Diese hätten versucht, westliche Ausländer zu entführen, was nicht geglückt sei. Daraufhin hätten sich die Angreifer im Hotel verschanzt.

Wer die Bewaffneten sind, war zunächst unklar. Bei einem Angriff islamistischer Rebellen auf ein Militärlager im Norden von Mali waren erst am Montag elf Soldaten getötet und ein weiterer verletzt worden. Zu dem Anschlag in dem Ort Gourma-Rharous nahe Timbuktu bekannte sich die Dschihadistengruppe al-Qaida im islamischen Maghreb.

Die Bundeswehr prüft derzeit, ihren Einsatz in Mali auchauf den gefährlichen Norden auszuweiten.

kry/apr/dpa/AFP/AP/Reuters



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