Maliki in Basra "Wir werden mit eiserner Faust zuschlagen"

Bei seinem ersten Besuch in der südirakischen Stadt Basra hat der neue irakische Ministerpräsident al-Maliki angekündigt, er werde mit Härte gegen Attentäter und Verbrecherbanden vorgehen. Weil sie um ihr Leben fürchten, haben Tausende die Stadt verlassen.


Basra - "Jeden der versucht, die Sicherheit der Stadt Basra zu gefährden, werden wir mit eiserner Faust bekämpfen", sagte Nuri al-Maliki. Er führt die erste ständige Regierung seit dem Sturz von Machthaber Saddam Hussein vor drei Jahren. Hauptaufgabe der Regierung ist es, Terror und Mord Herr zu werden.

In Basra, das vom britischen Militär kontrolliert wird, war es nach der amerikanisch-britischen Invasion 2003 lange Zeit relativ friedlich gewesen. Erst seit einigen Wochen hat auch hier die Zahl der Anschläge und Attentate zugenommen. Der Gouverneur von Basra, Mohammed al-Waili, hatte schiitischen Religionsführern vorgeworfen, einige von ihnen seien hinter den Kulissen in diese Morde verwickelt.

Nach Untersuchungen des Ministeriums für Migration haben in den vergangenen drei Monaten 17.129 irakische Familien aus Angst um ihr Leben ihre Häuser verlassen. Das berichtete die irakische Zeitung "Al-Bajina Al-Jadida". Der Untersuchung zufolge verlassen die weitaus meisten Binnenflüchtlinge Gebiete, in denen sie zur religiösen Minderheit gehören, und siedeln sich stattdessen in Städten oder Vierteln an, in denen ihre Religionsgruppe die Mehrheit stellt.

Unbekannte ermordeten heute den ehemaligen Gouverneur der Provinz Diwanija im Süden des Landes, der diesen Posten unter dem Regime von Saddam Hussein innehatte. Bei einer Razzia amerikanischer und irakischer Truppen südlich von Bagdad wurden drei mutmaßliche Aufständische getötet und 27 weitere festgenommen. Ein Sportmoderator des staatlichen TV-Senders al-Irakija wurde nach Angaben des Senders in Bagdad ermordet. Im Osten der Hauptstadt entführten und töteten Unbekannte einen sunnitischen Prediger.

Im Prozess gegen Saddam Hussein und sieben weitere Funktionäre seines Regimes versuchte die Verteidigung am Mittwoch, die Zeugen der Anklage und Oberstaatsanwalt Dschafar al-Mussawi zu diskreditieren.

Zwischen dem Vorsitzenden Richter und Saddams Halbbruder Barsan al-Tikriti kam es zu einem Wortgefecht, das der Richter beendete, indem er den Angeklagten aus dem Saal bringen ließ.

asc/dpa

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