Putsch in Westafrika Gestürzter Präsident Touré meldet sich zu Wort

Eine Woche lang war sein Schicksal unklar, jetzt hat sich Malis gestürzter Präsident Touré erstmals öffentlich geäußert. Er halte sich noch immer in der Hauptstadt Bamako auf, sagte der Politiker. Die westafrikanischen Staaten wollen nun in dem Machtkampf mit der Armee vermitteln. 

Abgesetzter Präsident Touré (Archivbild): "Mir und meiner Familie geht es gut"
AFP

Abgesetzter Präsident Touré (Archivbild): "Mir und meiner Familie geht es gut"


Bamako - Malis gestürzter Präsident Amadou Toumani Touré hat sich erstmals seit dem Putsch am 22. März zu Wort gemeldet. Nach eigenen Worten hält er sich noch immer in er Hauptstadt Bamako auf.

"Gott sei Dank geht es mir und meiner Familie gut", sagte Touré am Mittwoch in Telefongesprächen mit mehreren internationalen Medien. Er verfolge sehr genau, was in seinem Land geschehe, sagte der abgesetzte Staatschef. "Ich wünsche mir von ganzem Herzen, dass wieder Frieden und Demokratie in Mali triumphieren. Mehr habe ich im Moment nicht zu sagen." Er forderte eine schnelle Lösung der politischen Krise in seinem Land. Tourés Schicksal war nach dem Putsch vor einer Woche weitgehend unklar gewesen.

Meuternde Soldaten unter der Führung von Amadou Sanogo hatten Touré am 22. März gestürzt und die Macht an sich gerissen. Zuletzt verabschiedete die Junta eine neue Verfassung, in der sie sich zum "Rechtsstaat" und zur "pluralistischen Demokratie" bekennt. Der Putsch wenige Wochen vor der für den 29. April geplanten Präsidentschaftswahl wurde international und auch im Land selbst scharf verurteilt. Die USA, die EU und Frankreich stellten ihre Hilfszahlungen an Mali ein.

Die Putschisten hatten Touré vorgeworfen, nicht entschlossen genug auf eine Rebellion der Tuareg im Norden Malis vorzugehen. Die aufständischen Tuareg hatten in den vergangenen Wochen ihre Macht gefestigt und den Regierungstruppen schwere Verluste zugefügt.

Am Mittwoch demonstrierten in Bamako mehrere tausend Menschen, um der Junta ihre Unterstützung zu versichern. Sie riefen dabei Slogans wie "Nieder mit Sarkozy, nieder mit dem Westen!" Der gestürzte Präsident habe die Interessen Malis ans Ausland verkauft und der grassierenden Korruption im Land tatenlos zugesehen, kritisierten die Demonstranten.

Am Freitag soll eine hochrangige Delegation der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (Ecowas) in Bamako Wege zur Lösung des Machtkampfs in Mali ausloten. Möglicherweise könnte der gestürzte Touré symbolisch ins Präsidentenamt zurückkehren. Anschließend würde er offiziell zurücktreten und die Macht an den Chef des Parlaments übergeben. Dieser würde daraufhin Neuwahlen ausrufen.

syd/Reuters/AFP/dapd



insgesamt 1 Beitrag
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
MrStoneStupid 29.03.2012
1. Na so ein Zufall aber auch
---Zitat--- Meuternde Soldaten unter der Führung von Amadou Sanogo hatten Touré am 22. März gestürzt und die Macht an sich gerissen. Putsch in Westafrika - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,824415,00.html) ---Zitatende--- "... Sanogo stammt aus der Stadt Ségou im Süden Malis. Seine militärische Ausbildung erhielt er an der Militärakademie in Kati, darüber hinaus nahm er mehrfach an militärischen Ausbildungprogrammen in den USA teil. Vom August 2004 bis Februar 2005 sowie 2007 nahm er an einem Sprachtraining in Texas teil. 2008 wurde er dann in Arizona nachrichtendienstlich geschult und 2010 absolvierte schließlich eine fünfmonatigen Ausbildung für Infanterie-Offiziere in Georgia. ..." Amadou Sanogo (http://de.wikipedia.org/wiki/Amadou_Sanogo) War Präsident Amadou Toumani Touré (http://de.wikipedia.org/wiki/Amadou_Toumani_Tour%C3%A9) einigen zu gut?
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.