Mutmaßlicher Mittelsmann Weitere Festnahme nach Mord an Journalistin in Malta

Der Mord an Daphne Caruana Galizia beschäftigt Maltas Ermittler noch immer: Ein mutmaßlicher Mittelsmann behauptet, etwas über den Auftraggeber zu wissen. Maltas Premier stellt ihm Straffreiheit in Aussicht.

Daphne Caruana Galizia wurde vor zwei Jahren von einer Autobombe getötet (Archiv)
REUTERS/Darrin Zammit Lupi

Daphne Caruana Galizia wurde vor zwei Jahren von einer Autobombe getötet (Archiv)


Im Fall der vor zwei Jahren ermordeten Journalistin Daphne Caruana Galizia hat die Polizei in Malta eine weitere Person festgenommen. Premierminister Joseph Muscat bestätigte einen entsprechenden Bericht der "Times of Malta". Demnach wurde der Mann im Zusammenhang mit Geldwäscheermittlungen festgenommen und habe angegeben, etwas über die Hintergründe des Mordes zu wissen.

Muscat stellte dem Verdächtigen Straffreiheit in Aussicht, falls er mit der Justiz zusammenarbeite und Informationen liefere, die zu den Auftraggebern führten. Es soll sich bei ihm um einen Mittelsmann handeln, der Erkenntnisse über die Drahtzieher der Tat haben könnte.

Caruana Galizia, eine regierungskritische Bloggerin, war am 16. Oktober 2017 in der Nähe ihres Hauses in Bidnija in ihrem Auto in die Luft gesprengt worden (hier erfahren Sie mehr über den Fall). Sie hatte unter anderem über Korruption bei Regierung und Geschäftsmännern auf Malta und ihre Verwicklung in den Skandal um die "Panama Papers" recherchiert.

Im September hatte die Regierung eine öffentliche Untersuchung angeordnet. Damit solle geprüft werden, ob der Mord an der regierungskritischen Bloggerin hätte verhindert werden können. Eine solche unabhängige Aufklärung des Verbrechens hatte Caruana Galizias Familie schon seit Langem gefordert.

Bislang hatte es zehn Festnahmen gegeben, drei Männer wurden anschließend angeklagt. Sie sollen den Sprengsatz gebaut und gezündet haben. Wer als Auftraggeber hinter ihnen stand, ist bis heute unbekannt.

mes/dpa



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