Mittelmeer Maltas Marine rettet mehr als 200 Flüchtlinge

Mit den steigenden Temperaturen wagen wieder mehr Menschen die gefährliche Reise nach Europa über das Mittelmeer. Zwei Schlauchboote gerieten vergangene Nacht in Seenot.

Flüchtlinge gehen in Malta von Bord eines Rettungsschiffs (Archivbild).
REUTERS

Flüchtlinge gehen in Malta von Bord eines Rettungsschiffs (Archivbild).


Maltas Marine hat nach eigenen Angaben 216 Flüchtlinge von zwei in Seenot geratenen Booten im Mittelmeer gerettet. Wie die Marine mitteilte, hatte die erste Gruppe am Freitagabend einen Notruf abgesetzt, weil ihr Boot Luft verlor. Die Insassen wurden von einem Patrouillenboot gerettet. In der Nacht musste das Schiff auf dem Weg in den Hafen von Valletta aber umkehren, weil noch ein zweiter Notruf einging.

Am Samstagmorgen gingen die Migranten auf Malta an Land. An Bord der zwei Schlauchboote waren mindestens eine Schwangere und mehrere Minderjährige. Zum Zustand der Geretteten wurde zunächst nichts bekannt.

Die Ankunft der Migranten auf Malta fällt mit der Europawahl zusammen. In dem Inselstaat hatten zwei rechte Randparteien mit dem Versprechen Wahlkampf gemacht, ihr Äußerstes zu geben, um die Zahl ankommender Migranten einzudämmen.

In den vergangenen zwei Tagen seien wegen des guten Wetters wieder mehr Migranten von Libyen, Tunesien und Algerien abgefahren, erklärte das Militär. Auch auf den italienischen Inseln Sizilien, Sardinien und Lampedusa seien Migranten angekommen.

Eine Bestätigung vom italienischen Innenministerium gab es dafür zunächst nicht. Innenminister Matteo Salvini hatte am Freitag lediglich erklärt, mehr als 200 Migranten seien von der libyschen Küstenwache gerettet worden. Die Nachrichtenagentur Ansa berichtete, am Freitag hätten 57 Migranten Lampedusa direkt per Boot erreicht.

Malta hatte es in den vergangenen Jahren weitgehend Italien überlassen, die Flüchtlinge, die das Mittelmeer von Libyen aus zu überqueren versuchen, zu retten und aufzunehmen. Weil vor der libyschen Küste aber kaum noch Rettungsschiffe unterwegs sind und die populistische Regierung in Rom die Aufnahme von Flüchtlingen vehement ablehnt, hat Malta zuletzt mehr Rettungsaktionen gestartet. Seit Januar kamen mehr als 500 Flüchtlinge auf Malta und mehr als 1400 Flüchtlinge in Italien an.

mfh/AFP/dpa



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