Mordfall Caruana Galizia Stabschef der maltesischen Regierung tritt zurück

Zwei Jahre nach dem Mord an der Journalistin Daphne Caruana Galizia überschlagen sich die Ereignisse: Erst trat ein hochrangiger Regierungsmitarbeiter Maltas zurück, später dann auch der Tourismus- und der Wirtschaftsminister.
Keith Schembri (Archiv): Welche Rolle spielte er im Korruptionsskandal?

Keith Schembri (Archiv): Welche Rolle spielte er im Korruptionsskandal?

Foto: REUTERS/Darrin Zammit Lupi

Der Fall der ermordeten Enthüllungsjournalistin Daphne Caruana Galizia zieht immer weitere Kreise: Wie Maltas Ministerpräsident Joseph Muscat mitteilte, ist sein Stabschef Keith Schembri zurückgetreten.

Schembri soll Ermittlerkreisen zufolge von der Polizei verhört werden, weil sein Name in Verbindung mit einem Hauptverdächtigen in dem Mordfall genannt wurde. Die Ermittler versuchen weiterhin, den Drahtzieher des Mordanschlags auf die Journalistin vor zwei Jahren ausfindig zu machen.

Der Rücktritt des Stabschefs sollte nicht der einzige bleiben: Innerhalb weniger Stunden trat auch Tourismusminister Konrad Mizzi zurück. Wirtschaftsminister Chris Cardona ließ mitteilen, dass er sich vom Amt suspendiert habe.

Die 53-jährige Caruana Galizia war am 16. Oktober 2017 bei einem Bombenanschlag auf ihr Auto getötet worden. Die Journalistin hatte regelmäßig über Korruption, Geldwäsche, Vetternwirtschaft und andere illegale Geschäfte in Malta berichtet. In manche der Skandale waren auch Mitglieder der Regierung von Malta verwickelt.

Festgenommener Geschäftsmann soll in Skandal verwickelt sein

Erst vor wenigen Tagen war der Geschäftsmann Yorgen Fenech auf seiner Jacht vor der Küste Maltas festgenommen worden. Er ist unter anderem Mitbesitzer des Energieunternehmens Electrogas und Besitzer der in Dubai ansässigen Firma 17 Black, über die Galizia vor ihrem Tod berichtet hatte. Der Journalistin zufolge stand die Firma in Beziehung zu maltesischen Politikern.

Caruana Galizias Recherchen konzentrierten sich zum Großteil auf Enthüllungen der "Panama Papers" und auf die damit in Verbindung stehende Korruption auf höchster Ebene in Malta.

Schembri und Mizzi werden verdächtigt, von Fenech Geld erhalten zu haben. Beide haben dies zurückgewiesen.

mes/asc/AFP/Reuters/dpa
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