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Terror in Großbritannien IS reklamiert Anschlag von Manchester für sich

Die Terrororganisation "Islamischer Staat" hat den Anschlag von Manchester für sich beansprucht. Die Miliz behauptet, "ein Soldat des Kalifats" habe den Sprengsatz in der Konzerthalle deponiert.
Der schnelle Überblick

• Bei einem Pop-Konzert in Manchester hat sich ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt.• 22 Menschen kamen ums Leben, darunter Kinder. Rund 60 Personen wurden verletzt.• Die Terrormiliz "Islamischer Staat" hat die Tat für sich reklamiert. Über die Hintergründe des Attentats ist allerdings noch wenig bekannt. Die Fakten im Überblick. 

Etwa 15 Stunden nach dem Terroranschlag von Manchester hat sich die Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) zu Wort gemeldet: Sie behauptet, einer ihrer Kämpfer habe das Attentat in der Manchester Arena verübt. Bei dem Anschlag kamen nach offiziellen Angaben 22 Menschen ums Leben, rund 60 weitere Personen wurden verletzt.

In der knappen Erklärung heißt es, ein "Soldat des Kalifats" habe einen Sprengsatz platziert.

An dem Bekennerschreiben sind mehrere Punkte bemerkenswert. Zum einen der Verbreitungsweg: Der IS reklamierte den Anschlag direkt über einen seiner Kanäle im Nachrichtendienst Telegram für sich. Bei anderen Anschlägen in Europa, wie etwa in Berlin, hatte sich der IS zunächst über seine sogenannte Nachrichtenagentur Amaq geäußert. Der Verbreitungsweg des Bekennerschreibens deutet daraufhin, dass der Anschlag in Manchester möglicherweise direkt von der IS-Führung in Syrien und im Irak koordiniert wurde.

Ebenso bemerkenswert ist, dass in der Erklärung keine Rede von einem Selbstmordattentat ist. Nach Erkenntnissen der Polizei ist der Attentäter jedoch unter den Toten. Möglicherweise lief das Attentat also nicht ganz nach Plan des IS, und der Täter hätte den Sprengsatz lediglich im Eingangsbereich der Manchester Arena platzieren sollen, ohne bei dem Anschlag selbst ums Leben zu kommen.

Am Dienstag nahm die Polizei in Manchester einen 23-Jährigen im Zusammenhang mit dem Anschlag fest. In welcher Verbindung er zu dem Attentäter steht, war zunächst nicht bekannt. (Lesen Sie hier die aktuellen Entwicklungen im Newsblog)

Großbritanniens Premierministerin Theresa May sagte, die Ermittler hätten den Attentäter identifiziert, wollten seine Identität aber vorläufig geheimhalten. Auch der IS macht in einer Erklärung keine Angaben über den Täter.

syd