Protest in Russland Pussy-Riot-Mitglied beendet Hungerstreik

Elf Tage hielt sie durch, jetzt hat Marija Aljochina ihren Hungerstreik gestoppt. Die russische Künstlerin ist Mitglied der Punkband Pussy Riot, seit 2012 sitzt sie im Gefängnis. Aufgrund ihres Protests hatte die Gefängnisleitung die Haftbedingungen teils gelockert.

Pussy-Riot-Mitglied Marija Aljochina (Bild von 2012): Drastische Protestaktion
AFP

Pussy-Riot-Mitglied Marija Aljochina (Bild von 2012): Drastische Protestaktion


Moskau - Ihr Ehemann verkündete das Ende des Hungerstreiks: Nach elf Tagen Protest will die russische Musikerin Marija Aljochina von der Punkband Pussy Riot wieder Nahrung zu sich nehmen. Die Gefängnisleitung habe die zuletzt verschärften Haftbedingungen teils gelockert, teilten ihre Unterstützer am Samstag mit.

Die Künstlerin war im Vorjahr nach einem Protest gegen Kremlchef Wladimir Putin in einer Moskauer Kirche zu einer zweijährigen Haftstrafe wegen "Rowdytums aus religiösem Hass" verurteilt worden. Ihre Mitstreiterin Nadeschda Tolokonnikowa erhielt dieselbe Strafe. Die dritte Angeklagte Jekaterina Samuzewitsch kam zur Bewährung auf freien Fuß.

Mit ihrem Hungerstreik hatte die 24-jährige Aktivistin vor allem gegen den Ausschluss bei einem Gerichtsprozess protestiert. Aljochina hatte einen Antrag auf vorzeitige Haftentlassung gestellt - doch an der Anhörung dazu durfte sie nicht persönlich teilnehmen. Das Gericht lehnte ihren Antrag schließlich ab.

Als Reaktion auf den Streik wurde Mitgefangenen wieder mehr Bewegungsfreiheit zugestanden, berichtete Aljochinas Ehemann. Diese mussten laut der 24-Jährigen die letzten Tage in ihren Zimmern verbringen. Aljochina hatte vermutet, dass ihre Mitgefangenen mit der Maßnahme gegen sie aufgebracht werden sollten.

Laut ihrem Ehemann befindet sich Aljochina weiter im Gefängniskrankenhaus. "Sie ist sehr schwach, aber ihr Sieg gibt ihr Kraft", sagte er. Aljochina und Tolokonnikowa klagen beide vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg gegen ihre Haftbedingungen.

Das Schicksal der drei Frauen von Pussy Riot erregte weltweites Aufsehen und veranlasste prominente Künstler wie die Popsänger Sting und Madonna zu öffentlichen Solidaritätsgesten. Die russische Gesellschaft ist über Pussy Riot und ihre Aktionen tief gespalten. Die Punkband wurde zum Symbol des Protests gegen die Regierung von Präsident Putin, dem die Opposition Einschränkung der Bürgerfreiheiten vorwirft.

irb/AFP/dpa

insgesamt 12 Beiträge
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tino1960 01.06.2013
1. Mutige Frau
Es ist schon sehr mutig, sich dem Oligarchen Putin so in den Weg zu stellen und das ganze System aus Politik, Hörigkeit und Kirchenmacht in Frage zu stellen. Hut ab vor den Mädels von Pussy Riot! In Gedanken bin ich wie viele andere auch bei euch!
Ghanima22 01.06.2013
2.
Zitat von sysopAFPElf Tage hielt sie durch, jetzt hat Marija Aljochina ihren Hungerstreik gestoppt. Die russische Künstlerin ist Mitglied der Punkband Pussy Riot, seit 2012 sitzt sie im Gefängnis. Aufgrund ihres Protests hatte die Gefängnisleitung die Haftbedingungen teils gelockert. http://www.spiegel.de/politik/ausland/marija-aljochina-pussy-riot-mitglied-beendet-hungerstreik-a-903267.html
Ja, aber ausgehend von dem was im Text steht, nicht ihre Haftbedingungen sondern die ihrer Mitgefangen die sie zuvor als Reaktion auf den Hungerstreik eingeschränkt hatte. Nach dem was da im Text steht, hatte die Dame nach elf Tagen einfach Hunger.
berlino1010 01.06.2013
3.
In RUS spielen diese Frauen doch keine Rolle. Die sind doch nur im Westen gehypt. Die allermeisten Russen, selbst Oppositionelle halten sie für Gören ohne jede Substanz.
RudiLeuchtenbrink 01.06.2013
4. Kampf um Bürgerrechte,
Marija Aljochina: Pussy-Riot-Mitglied beendet Hungerstreik - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/marija-aljochina-pussy-riot-mitglied-beendet-hungerstreik-a-903267.html)[/QUOTE] Jetzt bin ich aber gespannt wie es der der deutschen "Femen Aktivistin" in Tunesien ergehen wird. Als demokratischer Staat im Aufbruch dürfte sie nächste Woche frei sein und es folgt eine Entschuldigung der Regierung, wegen de Verletzung des Rechtes auf freie Meinungsäusserung.
VoiceOfReason 01.06.2013
5. tough girls
kirchen stürmen und titten zeigen, kein problem. aber wennz ans eingemachte geht, ist nach 11 tagen schluß. ernsthafte hungerstreikende halten 50 tage durch.
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