Präsidentschaftswahlen in Frankreich Le Pen kupfert Rede bei Fillon ab

Marine Le Pen hat sich für eine Rede ziemlich offensichtlich bei der Konkurrenz bedient. Die Vertrauten der rechtspopulistischen Präsidentschaftskandidatin wollen von einem Plagiat dennoch nichts wissen.

Marine Le Pen
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Marine Le Pen


Die französische Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen scheut nicht davor zurück, mit Plagiaten Wahlkampf zu machen. In ihrer Wahlkampfrede am Maifeiertag kupferte die Rechtspopulistin bei dem konservativen Präsidentschaftskandidatin François Fillon, der in der ersten Runde ausgeschieden war, ab.

Mindestens vier Passagen aus einer Rede, die Fillon am 15. April gehalten hatten, fanden sich fast wortgleich in Le Pens Rede vom Montag wieder. In den Sätzen ging es um Frankreichs große Bedeutung sowie um einen möglichen Sonderweg, den Frankreich im 21. Jahrhundert gehen könne. Den eigentlichen Urheber der Passagen nannte Le Pen nicht.

Die Rechtspopulistin, die Frankreich aus der EU brechen und den Euro in Frankreich abschaffen will, tritt am kommenden Sonntag in der zweiten Runde der Präsidentschaftswahl gegen den proeuropäischen Reformpolitiker Emmanuel Macron an. Umfragen zufolge geht Macron als Favorit in die Stichwahl.

Vertraute behaupten, Le Pen habe Fillon bewusst zitiert

Angesprochen auf das Plagiat sagte der stellvertretende Vorsitzende des Front National, Florian Philippot, Le Pen habe "mit einem Augenzwinkern" eine "kurze, rührende Passage" aus Fillons Rede über Frankreich übernommen. Sie sei da nicht so verbissen.

Auch Le Pens Wahlkampfdirektor David Rachline behauptet, die Kandidatin habe die Anleihen bei Fillon bewusst gemacht. Es sei kein Plagiat. Le Pen wolle vielmehr zeigen, dass sie eine Kandidatin sei, die die Menschen zusammenbringe, sagte er der Zeitung "Libération".

cte/AFP/dpa



insgesamt 22 Beiträge
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Frittenbude 02.05.2017
1. plausibel
Aus meiner Sicht plausibel, dass die Anleihen tatsächlich quasi als Zitate Fillons wahrgenommen werden sollten. Auf diese Weise könnte Le Pen Nähe zu Fillon suggerieren, um um seine Wählerschaft zu buhlen.
newline 02.05.2017
2. Ein Zitat
wird klar als ein solches gekennzeichnet. Laxer Umgang mit dem geistigen Eigentum anderer scheint eine Berufskrankheit vieler Politiker zu sein.
breizh44 02.05.2017
3. Teflon
Auch das wird ihr nicht weiter schaden. Genausowenig, wie am gestrigen Maifeiertag wieder offensichtlich wurde, daß die alten Dämonen beim FN immer noch quicklebendig sind, selbst "der Alte" mit seinen 88 Jahren. Von wegen "De-Diabolisierung". Viel bedenklicher ist das Verhalten der Gewerkschaften, allen voran der CGT, die ihren Anhängern suggerieren wollen, daß Stimmenthaltung eine Option sei. Ihre "weder-noch" Haltung ist absurd. Am Sonntag wird es eine(n) Wahlgewinner(in) geben. Daß es keiner von beiden wird ist nicht vorgesehen. Jede Stimmenthaltung ist eine Stimme für den Kandidaten, der am Ende die Mehrheit der gültigen Stimmen erhält. Bei einer Wahl zwischen einer zerstörerischen Rechtsradikalen und einem gemäßigten Kandidaten der Vernunft sollte es keine Hemmungen geben, auch wenn man nicht alle Punkte seines Programmes toll findet. Die CGT wird den sinnvollsten Punkten dieses Programmes mit Fundamentalopposition und Blockaden schon etwas entgegenzusetzen wissen. Da sollten sich ihre Anhänger keine Sorgen machen.
pulverkurt 02.05.2017
4. plausibel?
ad 1.: Plausibel? Da lachen ja die Hühner. Zitate werden in der Regel als solche gekenntzeichnet. Aber vielleicht gilt ja auch dieser Grundkonsens in der postfaktischen Populistenwelt nicht mehr..
mwroer 02.05.2017
5.
Zitat von FrittenbudeAus meiner Sicht plausibel, dass die Anleihen tatsächlich quasi als Zitate Fillons wahrgenommen werden sollten. Auf diese Weise könnte Le Pen Nähe zu Fillon suggerieren, um um seine Wählerschaft zu buhlen.
Wenn sie das gewollt hätte wäre es allerdings bei weitem effektiver gewesen zu sagen 'um meinen Kollegen Fillon zu zitieren' - damit es auch jeder merkt. Das wäre plausibel gewesen. Glauben Sie wirklich das auch nur 10% der Anhänger Fillons jede Rede auswendig herbeten können? Ich tippe eher auf einen faulen Ghostwriter und Schlampigkeit.
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