Frankreich-Wahl Le Pen wirft Macron Schwäche beim Kampf gegen Terror vor

Marine Le Pen geht bereits auf ihren Gegner in der Stichwahl in Frankreich los: Emmanuel Macron sei beim Thema Terrorbekämpfung schwach, attackierte die Rechtspopulistin ihren linksliberalen Rivalen.

Marine Le Pen
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Emmanuel Macron oder Marine Le Pen - wer wird Frankreichs nächster Staatschef? Bereits einen Tag nach der ersten Runde der Präsidentschaftswahl griff die Vorsitzende des rechtspopulistischen Front National (FN) ihren Gegner in der Stichwahl in 14 Tagen an.

Le Pen hielt Macron vor, kein "Projekt zum Schutz des französischen Volks im Angesicht islamistischer Gefahren" zu haben. Beim Thema Terrorismus sei ihr linksliberaler Rivale schwach. Die Stichwahl werde außerdem ein Referendum über "unkontrollierte Globalisierung", kündigte Le Pen an.

Nach Auszählung fast aller Stimmen setzte sich der proeuropäische Macron mit knapp 24 Prozent durch. Er tritt bei der Stichwahl am 7. Mai gegen die Rechtspopulistin Marine Le Pen an. Le Pen lag bei gut 21,4 Prozent.

Emmanuel Macron
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Emmanuel Macron

Die Stimmenanteile der beiden Nächstplatzierten lagen auch am Montagmorgen knapp unter 20 Prozent. Der Konservative François Fillon erhielt demnach gut 19,9 Prozent der Stimmen, der Linkspartei-Gründer Jean-Luc Mélenchon gut 19,6 Prozent. Das amtliche Endergebnis wurde nicht mehr für Montag erwartet.

Macron, der erst vor einem Jahr seine Bewegung "En Marche!" (In Bewegung!) gegründet hatte, präsentiert sich als neue Kraft der Mitte jenseits der "System"-Parteien des rechten und linken Lagers. Er hat jetzt beste Chancen, der jüngste Präsident in der Geschichte Frankreichs zu werden. Laut am Sonntagabend veröffentlichten Umfragen würde er Le Pen in der Stichwahl mit mehr als 60 Prozent der Stimmen schlagen.

Le Pens Front National setzt auf eine EU-kritische Stimmung im Land: "Es gab noch nie so viele Stimmen für Kandidaten, die der Europäischen Union sehr kritisch gegenüberstehen", sagte der stellvertretende Parteichef Florian Philippot im Sender Franceinfo. Dazu zählte er neben Le Pen etwa auch den Linkspolitiker Jean-Luc Mélenchon. "Ich glaube, das wird in der zweiten Runde eine Rolle spielen", sagte Philippot.

als/Reuters/dpa



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