Premier Rutte Niederländer sollen den "falschen Populismus" stoppen

"Den Sieg des falschen Populismus verhindern": Eindringlich warnt der niederländische Premier Mark Rutte vor einem Sieg von Geert Wilders. Der Liberale braucht jede Stimme - in den Umfragen liegt er nur knapp vorn.

Mark Rutte
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Mark Rutte


Viel höher hätte Premier Mark Rutte die Bedeutung der Parlamentswahl in den Niederlanden am Mittwoch kaum hängen können. "Denkt an den Brexit. Wir dachten alle, das würde niemals passieren. Denkt an die US-Wahlen", sagte Rutte auf einer Pressekonferenz - offenbar ein Versuch, möglichst viele seiner Wähler an die Urne zu bekommen.

"Diese Wahlen sind entscheidend", sagte Rutte. Die Niederlande sollten das erste Land in Europa sein, das eine "falsche Art von Populismus" stoppt. Von der Wahl in den Niederlanden solle "ein Signal in die Welt" ausgehen, so der Premier.

In den Umfragen zur Wahl liegt Ruttes rechtsliberale VVD mit rund 16 Prozent vorne, dicht gefolgt von Geert Wilders' Partei für die Freiheit (PVV) mit zur Zeit rund 13 Prozent. Kurz vor dem Jahreswechsel hatte Wilders noch vor Rutte gelegen. Beide sollen am Montag in einem TV-Duell aufeinandertreffen. Wilders würde allerdings auch im Fall eines Wahlsieges wohl nicht an einer Regierung beteiligt werden: Die meisten Parteien schließen eine Zusammenarbeit mit ihm aus.

Wer ist Geert Wilders wirklich?

Rutte nahm bei seiner Rede Bezug auf die in diesem Jahr anstehenden Wahlen in Deutschland und Frankreich. In beiden Ländern verzeichnen einwanderungsfeindliche Parteien Zulauf: "Man kann sagen, dass diese Wahlen das Viertelfinale sind, um zu versuchen, den Sieg des falschen Populismus zu verhindern", sagte er über die Niederlande. "Die Halbfinals sind in Frankreich im April und Mai und das Finale ist in Deutschland im September."

In Frankreich steht im April die erste Runde der Präsidentschaftswahlen an, bei der die Kandidatin der rechtsextremen Front National, Marine Le Pen, derzeit in Umfragen in Führung liegt. In Deutschland könnte die rechtspopulistische AfD im September erstmals in den Bundestag einziehen. Die Wahl in den Niederlanden gilt als wichtiger Stimmungstest.

Der Premier nutzt aktuell auch den Konflikt mit der Türkei, um sich als Landesvater zu profilieren. Er erteilte dem türkischen Außenminister nach Provokationen aus Ankara Landeverbot. Am Samstag eskortierte die niederländische Polizei die türkische Familienministerin zurück zur deutschen Grenze.

sep/AP/AFP/dpa

insgesamt 42 Beiträge
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Seite 1
Snyder 13.03.2017
1.
Alles Gute bei der Wahl, Geert, dein "Populismus" ist goldrichtig. Zeig es den Hassern!
felix_tabris 13.03.2017
2. Im Prinzip ja, aber
Im Prinzip bin ich ja für Mark Rutte statt Geert Wilders. Aber das wäre so wie für den markige unselig Seehofer zu stimmen statt für Gauland. Aber real bin ich für die "GroenLinks". Das ist jedoch nur meine persönliche Meinung und da ich in Niederland nicht wähle, ist es eh wurscht.
abrigal 13.03.2017
3. vielleicht sollten auch die Medien mal in den Spiegel sehen
um zu erkennen dass Sie viel beigetragen haben fuer den wachsenden Populissmus . Viele Leser werden zur Rechten und populistischen Presse getrieben um die fehlenden Information im Mainstream zu kompensieren oder zu ergaenzen . Political correctness uebte in den letzten Jahren eine Zensur aus die den deutschen Leser entmuendigte . Ich habe mir die ZDF Nachrichten abgewoehnt und manche Meldungen suche ich in der NZZ aber auch in der Krone gegenzulesen , schlimstenfalls landen die Leute jedoch in rechten Hetzblaettern wie PI ...
frans-070-nl 13.03.2017
4. Wahlkampf
Bedauerlich... im Niederländischem gibt es einen Ausdruck: "onbetrouwbare politicus is een pleonasme". Das heißt: ein Politiker ist IMMER unzuverlässig/zu mißtrauen! In dieser Wahlkampf zeigt sich das Ablehnen der 'leeren Versprechungen'! Mancher Person ist deshalb ängstlich: Mitte des vergangenen Jahrhunderts passierte ja ähnliches... Sei überdeutlich!: Wilders ist kein neuer Adolf H. Das Verhalten der (Erdogan-adepte) Türken in unsere EU ist aber UNZULÄSSIG!!! Ähnlich wie Anderswo: (Arischen) Deutschen wollen leben in "Ihr Deutschland" [entschuldigen Sie die Provokation], ähnlich wie wir als Niederländern unsere Heimat lieben, beschützen... Professor Kershaw machte manches Einsichtlich und Zugänglich; leider wurde es nur von Wenigen gelesen/akzeptiert.
larousse 13.03.2017
5. Wilders
Ohne Wilders wären die Niederlande nicht auf den Trichter gekommen. Am Verhalten der türkischen Machthaber und ihrer Gefolgsleute kann man sehr gut erkennen, dass wir Ungläubigen in Europa durch die Muslime unterjocht werden sollen. Die deutsche Regierung und deren Propagandisten haben es noch nicht verstanden.....und wir dürfen uns von Erdogan und Co. munter als Nazis beleidigen lassen. Da muss ich wohl mal eine Strafanzeige gegen Erdogan veranlassen. Der Michel lässt sich von so einem Despoten eben gerne vorführen. Ich werde es wohl nicht mehr erleben, dass Deutschland ein wirklich souveräner Staat wird.
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