Marokko Afrikanische Flüchtlinge stürmen spanische Exklave Melilla

Erinnerungen an die blutigen Flüchtlingswellen von 2005: Wieder haben Dutzende afrikanische Flüchtlinge von Marokko aus die spanische Exklave Melilla gestürmt. Einigen gelangten in die Stadt, die meisten wurden von Sicherheitskräften aufgegriffen.


Madrid - Dutzende Afrikaner haben am Sonntag in der spanischen Enklave Melilla einen Grenzposten gestürmt. Dabei seien mehrere Mitarbeiter des Grenzschutzes leicht verletzt worden, teilte die Regierung in Madrid mit.

Grenzposten vor Melilla: Sturm auf die Exklave
DPA

Grenzposten vor Melilla: Sturm auf die Exklave

Die meisten der etwa 70 Afrikaner hätten aus der an der Küste Nordafrikas liegenden, 70.000 Einwohner zählenden Stadt zurückgedrängt werden können, hieß es. Etwa 50 der illegalen Immigranten seien aufgegriffen und in Abschiebelager gebracht worden.

Einige der Flüchtlinge sollen mit Steinen und Knüppeln bewaffnet gewesen sein. Sie hatten sich auf Bäumen oder in Mülleimern vor der Polizei versteckt, die sie jedoch später gefunden habe. Nach dem nächtlichen Zwischenfall habe sich die Situation rasch wieder beruhigt, teilten die Behörden mit.

2005 hatten Hunderte Menschen die Grenzzäune von Melilla und der Exklave Ceuta gestürmt. Bei den Zusammenstößen mit Sicherheitskräften kamen elf Menschen ums Leben.

Vor drei Jahren hatten Tausende von Afrikanern versucht, in immer neuen Wellen von marokkanischem Gebiet aus in die spanischen Exklaven Melilla und Ceuta einzudringen. 14 Flüchtlinge waren dabei ums Leben gekommen. Spanien ließ daraufhin die Grenzbefestigungen der beiden an der Nordküste Afrikas gelegenen Städte ausbauen und die Zäune auf bis zu sechs Meter erhöhen.

phw/AFP/Reuters/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.