Slowakischer EU-Vizekommissionspräsident Sefcovic will Spitzenkandidat der Sozialdemokraten werden

Im Mai 2019 wird in Europa gewählt. Bei den Sozialdemokraten beginnt nun der Kampf um den Spitzenplatz: Maros Sefcovic kündigt seine Kandidatur an.

Maros Sefcovic
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Maros Sefcovic


Am Wochenende hat die CSU Manfred Weber für die Bewerbung um die Spitzenkandidatur bei der christlich-demokratischen EVP gefeiert. Nun zieht mit Maros Sefcovic der erste Sozialdemokrat nach. Er möchte bei der Europawahl 2019 als Spitzenkandidat für die Genossen antreten.

Der slowakische EU-Vizekommissionspräsident wolle "konkrete, überzeugende und inspirierende Lösungen" für Herausforderungen finden, welche die Bürger verunsicherten, sagte Sefcovic im Europaparlament. Dazu zählte er zum Beispiel Digitalisierung und Migration.

Europa müsse stärker und unabhängiger werden. Dazu wolle er "die europäische Integrationsmaschine wieder anwerfen" und die Spaltung der EU in Ost und West, Nord und Süd überwinden. Gleichzeitig will Sefcofic "falschen Versprechungen" von Populisten und Fremdenfeinden Paroli bieten.

Sozialdemokraten bestimmen ihre Spitzenkandidaten im Dezember

Die Europawahlen finden vom 23. bis 26. Mai 2019 statt. Der Spitzenkandidat der stärksten europäischen Parteienfamilie hat gute Chancen, EU-Kommissionspräsident zu werden. Dies war beim aktuellen Kommissionschef Jean-Claude Juncker so, der bei der Wahl 2014 für die europäischen Christdemokraten ins Rennen gegangen war.

Der frühere Diplomat Sefcovic ist seit 2009 Mitglied der EU-Kommission. Er war von 2009 bis 2010 Bildungskommissar und ab dann Vizepräsident für Verwaltung und Beziehungen zu anderen EU-Institutionen. Nach der Europawahl 2014 wurde der Jurist als einer von sechs Vizepräsidenten für die Energieunion zuständig.

Die Sozialdemokraten bestimmen ihren Spitzenkandidaten am 7. und 8. Dezember in Lissabon. Als weitere mögliche Kandidaten gelten Kommissionsvizepräsident Frans Timmermans aus den Niederlanden und der französische Währungskommissar Pierre Moscovici. Nicht mehr im Rennen ist nach Angaben aus EU-Kreisen die italienische EU-Außenkommissarin Federica Mogherini.

höh/AFP



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