Masar-i-Scharif Amerikanischer Taliban-Krieger an der Revolte beteiligt

80 inhaftierte Talibankämpfer haben sich mehrere Tage nach der Gefangenrevolte im nordafghanischen Masar-i-Scharif ergeben.


Taschkent - Darunter soll auch ein Amerikaner sein. Er sei in Gewahrsam von US-Truppen und werde medizinisch behandelt, sagte Oberstleutnant Jim Cassella, ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Washington. Die Kämpfer hatten sich rund eine Woche in den unterirdischen Gewölben der Festung verschanzt.

Cassella nannte zunächst keine näheren Einzelheiten und konnte auch nicht bestätigten, dass der Mann tatsächlich Amerikaner ist. US-Medienberichten zufolge soll es sich um einen zum Islam übergetretenen Amerikaner handeln. Wie die meisten der al-Qaida- und Talibankämpfer war er schwer verletzt. Sie hatten sich am Sonntag vor einer Woche in der Festung gegen ihre Bewacher erhoben. Bei der blutig Niederschlagung der Revolte wurde die Nordallianz von US-Truppen unterstützt. Es kamen vermutlich Hunderte Gefangene ums Leben. Auch ein CIA-Agent, der offenbar Gefangene verhörte, wurde getötet.

Uno-Menschenrechtskommissarin Mary Robinson forderte wie auch die Menschenrechtsorganisation Amnesty International schon in der vergangenen Woche eine Untersuchung der Niederschlagung des Aufstands. Reporter der Nachrichtenagentur AP konnten bei der Besichtigung der Festung sehen, dass einigen der getöteten Taliban die Hände auf den Rücken gefesselt worden waren.



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