Massaker von Srebrenica Uno-Tribunal verurteilt ehemalige Offiziere zu lebenslanger Haft

Entscheidung nach vier Jahren Prozess: Das Uno-Tribunal in Den Haag hat zwei ehemalige bosnisch-serbische Offiziere wegen des Massakers von Srebrenica zu lebenslangen Gefängnisstrafen verurteilt. Die beiden Männer sollen die Exekutionen von mehr als 7000 Muslimen koordiniert haben.


Den Haag - Rund 15 Jahre nach dem Völkermord von Srebrenica sind zwei der mutmaßlichen Haupttäter zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt worden. Der Uno-Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien in Den Haag befand die beiden Kommandeure von Einheiten der bosnisch-serbischen Armee für schuldig, maßgeblich an Massakern an mehr als 7000 muslimisch-bosnischen Männern und Jugendlichen beteiligt gewesen zu sein. Laut Anklage hatten der 70-jährige Ljubisa Beara und der 53-jährige Vujadin Popovic im Juli 1995 die Exekutionen durch die dafür ausgewählten Truppen koordiniert. "Die einzige Strafe, die es dafür geben kann, ist lebenslang", sagte der Vorsitzende Richter Carmel Agius.

Fünf weitere Angeklagte, vier ehemalige Armeeangehörige und ein ehemaliger Polizist, erhielten Freiheitsstrafen zwischen fünf und 35 Jahren. Die Verurteilten sollen teils in direkter Komplizenschaft mit dem damaligen militärischen Befehlshaber, Ratko Mladic, gehandelt haben. Mladic ist immer noch flüchtig. Er wurde in Abwesenheit wegen Völkermordes angeklagt.

Die Anklage hatte lebenslange Haftstrafen für alle sieben Beschuldigten gefordert, von denen sich fünf wegen Völkermordes, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen vor dem Uno-Tribunal verantworten mussten. Der Prozess hatte im Juli 2006 begonnen und war der bisher größte des Uno-Tribunals zur Ahndung von Kriegsverbrechen im ehemaligen Jugoslawien. 315 Zeugen wurden vernommen.

Der Völkermord-Prozess gegen den damaligen Anführer der bosnischen Serben, Radovan Karadzic, läuft seit Oktober vergangenen Jahres.

Bosnisch-serbische Milizen hatten in der Uno-Schutzzone Srebrenica im Juli 1995, wenige Monate vor Ende des Bosnien-Krieges, mehr als 7000 Muslime verschleppt und getötet. Das Massaker von Srebrenica war das schlimmste Kriegsverbrechen in Europa seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs.

anr/AFP/dpa

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sic tacuisses 10.06.2010
1. Ratko Mladic, gehandelt haben. Mladic ist immer noch flüchtig.
Zitat von sysopEntscheidung nach vier Jahren Prozess: Das Uno-Tribunal in Den Haag hat zwei ehemalige bosnisch-serbische Offiziere wegen des Massakers von Srebrenica zu lebenslangen Gefängnisstrafen verurteilt. Die beiden Männer sollen die Exekutionen von mehr als 7000 Muslimen koordiniert haben. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,699883,00.html
Hätte er Steuern hinterzogen, säße er längst hinter schwedischen Gardinen. So aber . . .
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