Massenentführung im Irak Einsatztrupp befreit Dutzende Geiseln

Sie sind in Sicherheit: Wenige Stunden nach der Geiselnahme sind im Irak mindestens 40 Studenten befreit worden. Die jungen Männer waren in einem Bus nahe Mossul unterwegs gewesen, als sie von Bewaffneten gestoppt und verschleppt wurden.


Bagdad - Die Studenten befinden sich in Sicherheit - das sagte ein Sprecher der Provinz Nineveh gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. "Sie wurden von irakischen Polizisten und Soldaten befreit", sagte Brigade-General Khalid Abdul-Sattar weiter. Zu den Einzelheiten der Aktion wollte er nichts verraten.

Die Gruppe war Stunden zuvor in der Nähe der Stadt Mossul während der Fahrt in einem Bus angegriffen worden. "Bewaffnete haben zwei Busse in einem Dorf südlich Mossuls gestoppt", sagte ein Polizeisprecher. "Einem der Busse gelang die Flucht, der zweite wurde angehalten. Nach unterschiedlichen Angaben waren zwischen 40 und 42 männliche Studenten verschleppt worden." Es war einer der größten Entführungsfälle der vergangenen Monate.

US-Soldaten in Mossul: Gefährlicher Einsatz im Norden Iraks
AP

US-Soldaten in Mossul: Gefährlicher Einsatz im Norden Iraks

Zu der Entführung hatte sich niemand bekannt - der Verdacht liege aber nahe, dass ein lokaler Zweig von al-Qaida hinter dem Verbrechen steckte, meldete die Nachrichtenagentur Reuters. Sowohl in Mossul als auch in Bagdad hat die Gewalt zuletzt wieder zugenommen.

Bei einem Gefecht mit Qaida-Extremisten sind nach Angaben der irakischen Polizei sieben Mitglieder einer Bürgerwehr getötet worden. Die Miliz habe einen Unterschlupf der Islamisten nahe Samarra durchsucht, sagte am Sonntag ein Sprecher der dortigen Polizei. Unter den Toten sei auch ein Stammesführer. Ob es Opfer auf Seiten der Qaida gab, wurde nicht bekannt.

Die sunnitischen Bürgerwehren werden von den US-Soldaten gefördert und sind insgesamt bis zu 90.000 Kämpfer stark. Ihre Hauptfunktion besteht darin, Kontrollposten in ihren Stadtvierteln zu errichten.

Wie katastrophal sich der Einsatz im Irak auf US-Soldaten auswirkt, zeigen neue Untersuchungen: GIs, die mehrfach im Irak eingesetzt wurden, leiden nach einem Bericht der "New York Times" auffallend häufig unter Stress- und Angstsymptomen. Mehr als ein Viertel der Soldaten, die drei- oder viermal an die Front kommen, zeigen "Anzeichen von Ängsten, Depression oder akutem Stress", ergaben Untersuchungen der US-Armee. Die Führung der Streitkräfte sei besorgt, heißt es in dem Bericht weiter.

flo/jul/Reuters/dpa/AP



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