Massenprotest Millionen Kolumbianer demonstrieren gegen Farc-Rebellen

In der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá haben mehr als vier Millionen Menschen gegen die Guerillagruppe Farc demonstriert und die Freilassung aller Geiseln gefordert - "Farc, es reicht", skandierten die Demonstranten.

Bogotá - Die Stadt - ein einziger Auflauf von Demonstranten: 4,8 Millionen Menschen sind Polizeiangaben zufolge gestern in Kolumbiens Hauptstadt Bogotá auf die Straße gegangen, um gegen die linksgerichtete Guerillagruppe Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens (Farc) zu demonstrieren.

Sie forderten die Freilassung aller Geiseln. Die meist in weiße Kleidung gehüllten Demonstranten riefen immer wieder Slogans wie "Nein zur Geiselnahme" oder "Farc, es reicht". Fernsehsender unterbrachen ihre Programme, um die landesweiten Protestmärsche zu übertragen.

"Ich hoffe, die Farc hört zu", sagte die ehemalige Geisel Clara Rojas, die nach fast sechs Jahren in der Gewalt der Farc im Januar freigelassen worden war. Nach Angaben der Regierung haben die Guerilleros mehr als 700 Menschen in ihrer Gewalt, darunter die ehemalige Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt.

Auch im Ausland gingen Menschen gegen die Farc auf die Straße, unter anderem in den USA, Kanada, Japan und Venezuela. In Paris versammelten sich 200 Menschen, hauptsächlich Kolumbianer. Allerdings wurde die Aktion von der Familie der französisch-kolumbianischen Farc-Geisel Ingrid Betancourt scharf kritisiert. "Wir verurteilen diese Manipulation. Es ist Propaganda und komplett von der Regierung organisiert", sagte ihre Schwester Astrid Betancourt.

Die Farc-Rebellen wollen etwa 40 Geiseln im Austausch gegen rund 500 Farc-Kämpfer freilassen, die in kolumbianischen Gefängnissen sitzen.

hen/AP/AFP