Massenvergewaltigungen Uno-Soldaten nehmen Milizenführer im Kongo fest

Sie vergewaltigten Frauen und Kinder, einige davon sechsmal: Zwei Monate nach den massenhaften Übergriffen im Osten Kongos haben Uno-Soldaten einen Anführer der berüchtigten Mai-Mai-Milizen festgenommen. Er soll für die Gewaltorgie mitverantwortlich sein.

Uno-Blauhelmsoldat im Kongo: Milizenführer gefasst
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Uno-Blauhelmsoldat im Kongo: Milizenführer gefasst


New York/Goma - Der erste mutmaßliche Verantwortliche für die Massenvergewaltigungen im Osten des Kongo ist gefasst: Uno-Soldaten haben einen Milizenführer festgenommen. Der Mann nennt sich selbst "Oberstleutnant Mayele" und gehört zu den wegen ihrer Gewaltexzesse berüchtigten Mai-Mai-Milizen. Ende Juli und Anfang August hatten Rebellen fünf Dörfer überfallen und in einer viertägigen Gewaltorgie mindestens 242 Frauen und Kinder vergewaltigt, einige von ihnen sechsmal.

Die Uno zeigte sich erleichtert über die Festnahme. "Das sind sehr gute Nachrichten für die Menschen in der Demokratischen Republik Kongo", sagte die Uno-Sonderbeauftragte gegen sexuelle Gewalt in bewaffneten Konflikten, Margot Wallström. "Es ist ein Sieg der Gerechtigkeit, insbesondere für die vergewaltigten Frauen." Wallström ist derzeit im Ostkongo unterwegs und trifft dort auch Opfer sexueller Gewalt.

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In den Kivu-Provinzen im Ostkongo setzen alle Konfliktparteien Vergewaltigungen gezielt zur Terrorisierung der Zivilbevölkerung ein. Die Mai-Mai-Milizen sind dabei nur eine von mehreren Rebellengruppen.

Die unter Mayele begangenen Verbrechen könnten nicht ungeschehen gemacht, aber zumindest bestraft werden, sagte Wallström. Die Festnahme sei zugleich ein Zeichen, dass solche Gewalttaten nicht toleriert und verfolgt würden. Der unabhängige Rundfunksender "Radio Okapi" berichtete, Mayele sei mit einem Hubschrauber der Uno-Friedenstruppen in die Provinzhauptstadt von Nord Kivu, Goma, geflogen worden. Ein Militärgericht habe bereits eine Anklageschrift vorbereitet.

Nur 20 Kilometer von den überfallenen Dörfern entfernt, befand sich ein Posten von Uno-Blauhelmsoldaten. Die Dorfbewohner fürchteten aber anscheinend Racheakte und alarmierten die indischen Soldaten nicht. Auch die Uno hatte später aber eingeräumt, dass sie mehr tun müssten, um solche Vorfälle zu verhindern, und schneller hätte reagieren müssen. Denn kurz zuvor war bekanntgeworden, dass es in einer anderen Region des Ostkongos zu weiteren 267 Vergewaltigungen gekommen war.

ffr/dpa/AFP

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