Massenvernichtungswaffen Nordkorea will Libyen nicht nachahmen

Nordkorea will dem Druck Washingtons nicht nachgeben. Anders als Libyen kündigte die Regierung in Pjöngjang an, nicht auf Massenvernichtungswaffen verzichten zu wollen.


Seoul - "Einen Wandel in unserer Haltung zu erwarten ist wie das Warten auf Regen bei klarem Himmel", hieß es in einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur KCNA. Hoffnungen, dass Nordkorea dem libyschen Beispiel folge, würden sich nicht erfüllen. Ereignisse im Nahen Osten wie der Verzicht Libyens auf diese Waffen oder die US-Invasion in Irak hätten keinen Einfluss auf Nordkorea, sagte ein Sprecher des Außenministeriums.

Im Dezember hatte Libyen nach Geheimgesprächen mit den USA und Großbritannien erklärt, künftig auf Massenvernichtungswaffen verzichten zu wollen. Tripolis hofft nach diesem Schritt auf eine Aufhebung der gegen das Land verhängten Sanktionen. Die USA hatten die Hoffnung geäußert, dass andere Staaten dem Beispiel Libyens folgen.

Im Streit über sein Atomprogramm bot Nordkorea unterdessen einen Verzicht auf Tests und die Entwicklung von Nuklearwaffen an. Schon zuvor hatte Pjöngjang angekündigt, es werde seine "nuklearen Aktivitäten" einfrieren, wenn sich die USA im Gegenzug zu Hilfsleistungen bereit erklärten und das Land von der Liste der den Terror unterstützenden Staaten strichen.

Die US-Regierung hat wiederholt erklärt, bevor sie Nordkorea Zugeständnisse mache, müsse das Land zunächst nachweisbar mit dem Abbau seines Atomprogramms beginnen. Eine erste Gesprächsrunde zwischen den USA, China, Russland, Japan sowie Nord- und Südkorea ging im August ohne konkretes Ergebnis zu Ende. Bislang gibt es noch keinen Termin für die Wiederaufnahme der Verhandlungen. Südkorea und Russland halten es für unwahrscheinlich, dass es noch in diesem Monat zu einer neuen Gesprächsrunde kommt.



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