Italien Matteo Renzi ist zurückgetreten

Matteo Renzi ist nun offiziell von seinem Amt als Ministerpräsident zurückgetreten. Renzi zieht damit die Konsequenzen aus dem am Sonntag gescheiterten Verfassungsreferendum.

Matteo Renzi
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Matteo Renzi


Drei Tage nach seiner Niederlage hat Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi offiziell seinen Rücktritt eingereicht. Staatspräsident Sergio Mattarella nahm das Rücktrittsgesuch unter Vorbehalt an, teilte der Sekretär des Präsidentenpalasts in Rom mit.

Renzi hatte seinen Rücktritt bereits am Sonntag angekündigt. Die Italiener hatten zuvor seine geplante Verfassungsänderung in einer Volksabstimmung abgelehnt.

Auf Twitter verabschiedete sich Renzi mit den Worten "Ciao an alle!!! Danke, Matteo":

Noch ist unklar, wer auf den 41-jährigen Florentiner Renzi folgt. Als ein Favorit wird der parteilose bisherige Wirtschafts- und Finanzminister Pier Carlo Padoan gehandelt. Mattarella könnte sich auch für Senatspräsident Pietro Grasso entscheiden. Der 71-jährige Jurist und Staatsanwalt war einst Mafia-Jäger und hatte vor der Vereidigung Mattarellas Ende Januar 2015 dessen Posten übergangsweise inne.

Auch die Namen von Kulturminister und PD-Schwergewicht Dario Franceschini und Verkehrsminister Graziano Delrio als mögliche Nachfolger Renzis fielen. Die Verhandlungen sollen am Donnerstagabend beginnen und bis Samstagnachmittag abgeschlossen sein.

Wie das Büro des italienischen Präsidenten Sergio Mattarella mitteilte, soll Renzi vorerst geschäftsführend im Amt bleiben, während der Staatschef Gespräche mit den Parteien über die Bildung einer neuen Regierung führt.

Auch bleibt Renzi Parteichef der Sozialdemokraten. So könnte er in den nächsten Parlamentswahlen als Spitzenkandidat seiner Partei wieder ins Rennen gehen.

Renzi hatte die 65. italienische Nachkriegsregierung - beziehungsweise die 63. seit Gründung der Republik 1946 - geführt. Er war fast drei Jahre lang im Amt - so lang wie nur wenige Ministerpräsidenten des Landes vor ihm.

jgs/dpa/AFP



insgesamt 13 Beiträge
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harryhorst 07.12.2016
1. Er ist wenigstens glaubwürdig.
Merkel sollte es ihm nachmachen.
philosophus 07.12.2016
2. Alle 13.3 Monate, eine Regierung...
SPON: "Renzi hatte die 65. italienische Nachkriegsregierung - beziehungsweise die 63. seit Gründung der Republik 1946 - geführt."----Das ist aber eine Bemerkenswerte Leistung: fast jedes Jahr, eine neue Regierung. Wie kann so ein Staat, reibungslos funktionieren?...
epiktet2000 07.12.2016
3. Und ...
Zitat von harryhorstMerkel sollte es ihm nachmachen.
Und Schäuble sollte ihr folgen. Die unselige, unvernünftige, den Südländern aufgedrängte Austeritätspolitik wird EU und Euro in den Ruin treiben.
mose123 07.12.2016
4. Schade
der erste Politiker seit Jahren in Italien der mir gefallen hatte. Die Italiener wollen anscheinend lieber einen kriminellen Berlusconi zurück. Die Verfassungsänderung wäre dringend notwendig gewesen! So bleiben alle Reformen im Keim stecken.
coldwarrior 07.12.2016
5. Leider ist der zu jung
als daß uns der die nächsten Jahrzehnte noch weiter politisch belästigt . Wahrscheinlich bringt der sich irgendwo in der EU in Sicherheit. Vielleicht haben wir ja Glück und Merkel tut es ihm gleich aber die klebt zu sehr am Posten und leider wählen die ja noch immer zu viele
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