Flüchtlingsstreit Italien will keine Asylbewerber aus Deutschland zurücknehmen

Italiens Innenminister Matteo Salvini hält wenig vom Flüchtlingsplan des deutschen Innenministers Seehofer - Italien sei dazu nicht bereit, sagte er. Seine Regierung wolle ausschließlich Italienern helfen.
Matteo Salvini

Matteo Salvini

Foto: ALBERTO PIZZOLI/ AFP

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) arbeitet unter Hochdruck an einer europäischen Lösung der Asylkrise, die aus etlichen bilateralen Verträgen bestehen soll. Innenminister Horst Seehofer (CSU) ist skeptisch - und will notfalls national und damit allein handeln.

Italiens Innenminister Matteo Salvini hingegen will keine Asylbewerber von Deutschland zurücknehmen. Damit sendete er im Asylstreit ein klares Signal an Seehofer, der mit einer Zurückweisung von Flüchtlingen droht, die in anderen EU-Ländern registriert sind, sich aber in Deutschland aufhalten.

Fotostrecke

Asylstreit: Die wichtigsten Akteure der Krise

Foto: Fabrizio Bensch/ REUTERS

"Die italienische Regierung ist ausschließlich bereit, den Italienern zu helfen", sagte der Chef der fremdenfeindlichen Lega. "Also statt zu nehmen, sind wir bereit zu geben."

Ob es Merkel angesichts solcher Aussagen tatsächlich gelingt, außer Frankreich weitere Regierungen für bilaterale Flüchtlingsabkommen zu gewinnen, ist fraglich. Auch Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte zeigte sich beim Treffen mit Merkel am Montagabend eher zurückhaltend.

dop/dpa
Mehr lesen über Verwandte Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.