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20. November 2018, 15:21 Uhr

Flucht aus Mazedonien

Ex-Premier Gruevski erhält offenbar Asyl in Ungarn

Vor einer Woche floh der wegen Korruption verurteilte Ex-Premier Gruevski von Mazedonien nach Ungarn. Dort erhält er jetzt laut einem Zeitungsbericht den Status eines politischen Flüchtlings.

Der ehemalige mazedonische Ministerpräsident Nikola Gruevski erhält in Ungarn Asyl. Dies meldete die Online-Ausgabe der Regierungszeitung "Magyar Idök". Das ungarische Einwanderungsamt, das über Gruevskis Antrag entschied, habe dessen Befürchtung, sein Leben sei in Mazedonien in Gefahr, für begründet erachtet.

Der nationalistische Ex-Regierungschef war in seiner Heimat zu einer zweijährigen Freiheitsstrafe wegen Korruption verurteilt worden. Weitere Verfahren wegen Amtsmissbrauchs in seiner Regierungszeit von 2006 bis 2016 sind gegen ihn anhängig.

Vor einer Woche floh Gruevski nach Ungarn - kurz bevor er seine Freiheitsstrafe hätte antreten sollen. Dabei halfen ihm ungarische Diplomaten, die ihn in ihren Fahrzeugen von Albanien über Montenegro und Serbien nach Ungarn chauffierten.

Dort hatte er am Dienstag vor einer Woche einen Asylantrag gestellt. "Magyar Idök" zufolge folgte das ungarische Einwanderungsamt Gruevskis Argumentation, dass "die Regierung (in Mazedonien) ... die persönliche Freiheit des ehemaligen Ministerpräsidenten mit nicht demokratischen Schritten einschränken und aufheben will".

Mazedonien strebt eine Auslieferung des Justizflüchtlings an. Mit dem positiven Budapester Asylbescheid ist das nach Ansicht von Beobachtern nun äußerst unwahrscheinlich geworden. Die ungewöhnliche Zügigkeit des Verfahrens scheint außerdem darauf hinzudeuten, dass Gruevski unter dem ausdrücklichen Schutz des rechts-nationalen Ministerpräsidenten Viktor Orbán steht, mit dem ihn eine langjährige Freundschaft verbindet.

als/dpa

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